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Slow Fruit

Cæcilie Norby

Enja HW/Soulfood 9185
(52 Min.) 1 CD

Wo endet der Jazz? Und wo beginnt der Pop? Die Übergänge sind fließend. Cæcilie Norby, 1964 als Tochter einer Opernsängerin und eines Filmmusikkomponisten in Dänemark geboren, bewegt sich souverän zwischen funky Stücken, Nu Jazz und traditionell swingenden Nummern. Sie weiß genau, wie sie mit dem Mikrofon umgehen muss, wann ein Atemhauch emotionale Tiefe symbolisieren muss und wann sie eher Abstand halten und Volumen gestatten soll. Sie akzentuiert klar und markant, und in ihrem Englisch schwingt ein Hauch von dänischem Akzent mit. Ihre Songs schreibt sie selbst – und dabei fallen ihr Melodien ein, die so stark und selbstverständlich dem Text entsprechen, dass sie schon beim ersten Hören vertraut wirken. Natürlich ist die Liebe ein Thema, aber im heiteren popsongunterlegten "Circus Circus" auch die stählernen Nerven der Artisten und im funkyunterlegten Titelstück "Slow Fruit" die Verweigerung jeglicher Aktivität am Wochenende. In der Ballade "Fools of Love" swingt sie anfangs nur zur Gitarrenbegleitung, und "Power to the Fools" ist ein nettes Spiel mit verfremdeten Motiven aus Popsongs der 1960er und gesungenen Erinnerungen an "Purple Haze" und "5 Dimensions" und eine "gefährliche Zone, die Geist und Körper durchschütteln wird". In den differenziert abgemischten zwölf Titeln erhebt sich ihre Stimme ausdrucksstark über das Danish Radio Concert Orchestra oder Combos. Es wird Zeit, dass die Dänin den Status eines Geheimtipps hinter sich lässt. Sie hat etwas zu sagen, und deshalb macht das Zuhören Spaß.

Werner Stiefele, 14.12.2007



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