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N° 1291
04. - 10.02.2023

nächste Aktualisierung
am 11.02.2023



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Richard Wagner

Tristan und Isolde

Deborah Voigt, Petra Lang, Thomas Moser, Peter Weber, Robert Holl u.a., Wiener Philharmoniker, Christian Thielemann

DG/Universal 474 974-2
(235 Min., 6/2003) 5 CDs

Verlassen und verwahrlost war er seit Jahren, der Platz, auf dem einst Kirsten Flagstad, Astrid Varnay, Birgit Nilsson thronten. Weltweit keine Isolde in Sicht. Zumindest keine, die diese Partie singen konnte, ohne an Grenzen zu stoßen. Jetzt ist alles anders. Es lebe die Thronfolgerin! Man mag Deborah Voigt vorwerfen, dass sie nicht in die subtilen psychologischen Abgründe vordringt, in denen sich Varnay auskannte. Man mag die eine oder andere idiomatische Unschärfe bemerken. Und für manchen mag es als Argument gegen Voigt ausreichen, dass sie nicht Flagstad oder Nilsson ist.
Aber: Die frische, reiche Klangpracht, mit der Voigt die Isolde gestaltet, die Fülle an Farben, ihre unbändige Wut, ihre liebende Hingabe, ihr leises Verhauchen in unbewusst höchster Lust - das macht der amerikanischen Diva heute keine nach. Zumal sie die Partie ohne Härte, ohne Schärfen, ohne Anstrengung mit einer ganz wunderbaren jugendlichen Weiblichkeit ausstattet.
Ihr Tristan, Thomas Moser, besitzt gleichfalls Seltenheitswert. Kein nachttrunkener Held, der die Partie eher deklamiert und im dritten Akt heiser brüllt. Moser singt das tatsächlich von Anfang bis Ende; schlank, lyrisch, schön. Christian Thielemann webt diesen Liebenden zusammen mit den Wiener Philharmonikern einen aufregend schimmernden Zauberteppich. Nur Petra Langs blasse Brangäne und Robert Holls phlegmatischer Marke hindern uns daran, gleich abzuheben.

Jochen Breiholz, 26.06.2004



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