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Kurt Weill, Alfred Schnittke, Tōru Takemitsu

Konzert für Violine und Blasorchester, Sonate für Violine und Orchester, Nostalghia

Daniel Hope, Englisches Sinfonieorchester, William Boughton

Nimbus/Naxos NI 5582
(73 Min., 5/1996, 5/1998) 1 CD

Welch eine Wohltat: Da gibt es einen hochbegabten jungen Geiger, und auf seiner ersten CD präsentiert er nicht etwa die x-te Einspielung des Beethoven- oder Brahms-Konzerts, sondern Raritäten aus unserem Jahrhundert. Daniel Hope, 1974 in England geboren, hat nicht nur eine stupende Technik, sondern auch die gestalterische Intelligenz, die es braucht, um Kurt Weills skurriles Violinkonzert (mit Blasorchester-Begleitung!) zum Klingen zu bringen. Der herbe Charme des Werks, das mit seiner expressionistischen Harmonik und den abstrahierten Jazz-Elementen wie ein in Musik übertragenes Gemälde von Otto Dix klingt, liegt bei Hope genau in den richtigen Händen. Sein Ton ist schlank und dennoch von großer Wärme, gleichwohl ohne jede Sentimentalität. Das Orchester begleitet kompetent, der Zwanziger-Jahre-Sachlichkeit von Weills Tonfall angemessen.
Die Stücke von Schnittke und Takemitsu hat Hope noch mit den Komponisten persönlich einstudiert, was seinen Interpretationen Authentizität verleiht. Besonders Takemitsus “Nostalghia”, zum Gedenken an den russischen Regisseur Andrej Tarkowski komponiert, fasziniert durch Ausdruckstiefe und, dem Werktitel gemäß, beinahe nostalgische Schönheit. Eine nicht alltägliche, dafür um so lohnendere Veröffentlichung.

Thomas Schulz, 31.03.1999



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