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Béla Bartók, Modest Mussorgski

Konzert für Orchester, Bilder einer Ausstellung

Boston Symphony Orchestra, Sergei Kussewitzky

Naxos 6 36943 11052 2
(59 Min., 12/1944, 10/1943) 1 CD

Bartóks Konzert für Orchester ist mit einigen reizvollen Aufnahmen im Katalog vertreten (siehe Interpretationsvergleich). Und doch kommt der vorliegenden Wiederveröffentlichung einer Radio-Aufnahme von 1944 besondere Bedeutung zu, und zwar sowohl in interpretationsgeschichtlicher wie auch in rein musikalischer Hinsicht. Denn diese Aufnahme mit Sergei Kussewitzky und den Bostoner Sinfonikern entstand gerade einmal einen Monat, nachdem das gleiche Orchester unter dem gleichen Dirigenten die Uraufführung des Konzerts verantwortet hatte.
Auch wenn das nicht-modernisierte Klangbild im Finalgetümmel die Konturen allzu sehr verschwimmen lässt, bleibt doch genug von Kussewitzkys musikalischen Absichten erkennbar. Er taucht die Partitur in ein überraschend romantisches Licht, ohne Reiners Attacke, wärmer als Dorati, aber vor allem nicht so düster wie Solti: Eine eigenständige Version mit ihren eigenen Meriten, der man durchaus Referenzstatus zubilligen darf.
Ganz anders als die editorische Aufbereitung. Das Finale wird zwar, wie richtig bemerkt, in einer etwas kürzeren, aber ebenfalls in der Partitur autorisierten Form gespielt, doch ist es deswegen nicht, wie uns das Cover weismachen will, kaum länger als eine Minute. Vielmehr dauert es seine regulären neun. Wer nicht viel Geld ausgeben mag und historische Aufnahmen schätzt, kommt hier (anders übrigens als in der digitalen Naxos-Version unter Rahbari) voll auf seine Kosten.

Stefan Heßbrüggen, 16.11.2000



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