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Béla Bartók

Klavierwerke Vol. 1

Jenö Jandó

Naxos 8.554717
(58 Min., 11/1998) 1 CD

Mr. Naxos selbst, Jenö Jandó, das Phantom des Klaviers, immer noch mysteriös unkenntlich auf dem Beiheft-Bildchen, fügt seiner enormen Diskografie nun das Klavierwerk Bartóks hinzu. Die erste Folge ist vielversprechend. Die Zusammenstellung bildet das ganze Spektrum von Bartóks Klavierschaffen ab, von Debussy-Anklängen über Volksliedbearbeitungen aller Freihheitsgrade bis zum im "style barbaro" getarnten Klassizismus der (einzigen) Sonate.
Als Einführung taugt dieses Vol. 1 also allemal, zumal die pianistische Sorgfalt Jandós bestechend ist. Zwar kann oder will er in klanglicher Verfeinerung und aggressiver Zuspitzung der Rhythmen nicht in Konkurrenz zu Zoltán Kocsis großartiger Werkschau treten. Aber gelegentlich forciert Kocsis das Pianistische in stilistisch tastenden Zyklen wie den frühen "Sieben Skizzen" zu sehr.
Jandos Sprache ist weniger exzentrisch, aber dem zart-flatterhaften Charakter von Skizzen wie dem "Mädchenbildnis" wird er damit wohl sogar gerechter. Ebenso sicher fängt er die schlichte Wehmut der Volksliedbearbeitungen ein, setzt ihre peinlich exakt notierten und ständig wechselnden Rhythmen ("Parlando-Rhythmen" nannte sie Bartok) in freien, vitalen Strom um, verwandelt so das Artifizielle gleichsam zurück ins Natürliche. Selbst das brutale, schwierige Repetitions-Trommeln des Sonatenfinales exekutiert Jando mit einiger Lässigkeit, die verrät, wie frei und sicher er sich in Bartóks Idiom fühlt.

Matthias Kornemann, 08.11.2001



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