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N° 1273
01. - 07.10.2022

nächste Aktualisierung
am 08.10.2022



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Johann Sebastian Bach

Sonaten a due BWV 525, 1017, 1035 und 1030, Partita BWV 1013, Präludium, Fuge und Allegro BWV 998

Dorothee Oberlinger, Christian Rieger

Raumklang/harmonia mundi MA 20035
(75 Min., 1/2005) 1 CD

Den eigenen Namen in der imitierten Handschrift von Johann Sebastian Bach auf das CD-Cover schreiben zu lassen, zeugt schon von einem gewissen Selbstbewusstsein. Und auch in der Stückauswahl greifen Dorothee Oberlinger und Christian Rieger nach den Sternen: Blockflötentranskriptionen einiger der anspruchsvollsten Werke für Violine bzw. Traversflöte und Cembalo von Johann Sebastian Bach bilden den Schwerpunkt dieser CD; hinzu kommt noch eine Blockflötenversion der halsbrecherischen Partita BWV 1013, die Bach wohl ursprünglich für den Dresdener Traversflötisten Buffardin schrieb. So legitim Transkriptionen sind und so virtuos und geschmackvoll das Projekt ausgeführt ist: wer kein ausgesprochener Blockflötenfan ist, wird sich zumindest bei den für Traversflöte geschriebenen Stücken nach gleichwertigen Aufnahmen mit dem ursprünglich vorgesehenen Instrument umschauen wollen. Im subtilen Wechselspiel mit dem obligaten Cembalo vermisst man auf die Dauer nämlich doch die größere Variationsbreite in der Dynamik sowie die Fähigkeit zum Singen in höchster Lage, welche die Traversflöte der Blockflöte voraushat. Die natürlichen Stärken des letzteren Instruments, das im Gegensatz zur Traverso einst "flauto dolce", also "süße Flöte", genannt wurde, kommen bei der Auswahl dieser Stücke zu selten zur Geltung. Statt sich für Klangfarbeneffekte mit dem Cembalo zu verbinden oder in figurierten Klangflächen über der Begleitung zu schweben, ist sie immer wieder zum subtilen Dialog in eng verflochtenen Linien gezwungen. Doch auch wenn die Transkription das Original nicht übertrifft: Mit ihrer differenzierten Gestaltung, ihrer stupenden Geläufigkeit und ihrem besonders in der mittleren und tiefen Lage äußerst klaren und dennoch abgerundeten Ton legt Oberlinger als Solistin eine Visitenkarte ab, die man auf jeden Fall aufbewahren sollte.

Carsten Niemann, 14.04.2007



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