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Dmitri Schostakowitsch

Streichquartette Nrn. 3, 7, 12

Philharmonia-Quartett Berlin

Thorofon/Disco-Center CTH 2238 
(1994 - 1996) 1 CD

Das Philharmonia-Quartett rekrutiert sich aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker. Der Beihefttext vermerkt über das Ensemble, es suche “keineswegs nach neuen, extravaganten Interpretationen”. Dem lässt sich mühelos beipflichten. Stilvolles, sauberes und sehr klangschönes Musizieren bildet die Stärke, gleichzeitig aber auch die Schwäche der vorliegenden Einspielung.
Schostakowitschs kammermusikalische Psychogramme erklingen in einer Interpretation, in der verinnerlichte Lyrik und strukturelle Übersicht eine glückliche Verbindung eingehen. Woran es jedoch mangelt, ist sowohl der Mut zum Extrem, zur Brutalität, als auch das Offenlegen des doppelten Bodens, der bei Schostakowitsch stets präsent ist. Von der hinterlistigen Ironie etwa, die den Kopfsatz des Dritten Quartetts prägt, findet sich nur wenig. Beim Philharmonia-Quartett erklingt lediglich ein Stück wohlerzogener Neoklassizismus mit ein paar falschen Tönen. Das Allegro aus Nr. 7 gehen die Interpreten zwar beherzt an, doch der Abgrund, an dem diese Musik sich bewegt, die schiere Panik, von der sie beseelt ist, wird zuwenig spürbar.
Am besten gelingen den Berliner Musikern folgerichtig die langsamen, verhaltenen Passagen, und auch ihre Deutung des Zwölften Quartetts, eines sperrigen, fast atonalen Spätwerks, kann sich hören lassen. Aber trotzdem - Schostakowitsch mit gebremstem Schaum bietet immer nur die halbe Wahrheit.

Thomas Schulz, 30.04.1998



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