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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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Dmitri Schostakowitsch

Sinfonie Nr. 8

Gürzenich-Orchester Köln, Dmitrij Kitajenko

Capriccio/Delta 71 013
(6/2003, 7/2003) 1 CD

Ein Sekundschritt hinauf, einer hinunter, und wieder zurück zum Ausgangston: Was so klingt wie die erste Fingerübung eines angehenden Klavierspielers ist tatsächlich die Keimzelle eines der abgründigsten und traurigsten symphonischen Werke des 20. Jahrhunderts - der achten Sinfonie von Dimitri Schostakowitsch. Aus dieser Zelle kriecht die Sinfonie förmlich heraus, um sich in der Welt umzutun. Schleicht über die von Leichen übersäten Felder, vorbei an den stramm dahin marschierenden Soldaten, verharrt in der Position der Trauer, zieht sich wieder zurück in die Schale, wagt nur selten einen Sprung. Die Achte: ein Geniestreich, der die Leiden des russischen Volkes in unnachahmlicher Weise nachzeichnet; eine (gut einstündige) Threnodie, wie sie im Buche steht. Schostakowitsch selbst bezeichnete sie, gemeinsam mit der siebten Sinfonie, als "mein Requiem", aber nicht nur eines für die Gefallenen des Kriegs, sondern auch für all jene Landsleute, die vor und im Krieg auf Befehl Stalins ermordet wurden. Kein Wunder, dass fünf Jahre nach Vollendung der Sinfonie die Parteiapparatschiks Schostakowitsch wegen seiner "individualistischen Weltsicht" in Bausch und Bogen verdammten.
In der Interpretation durch das Gürzenich-Orchester unter der Leitung seines russischen Chefdirigenten Dmitrij Kitajenko wird all dies anschaulich (und in Mahlerschem Sinne) nacherzählt. Das Klangbild ist ungeschminkt, und insbesondere die fahlen Klangflächen, die, neben dem Kernmotiv, das Fundament des gesamten Werks bilden, sind eindrücklich gezeichnet. Ebenso die "schreienden" Blechbläsereinsätze, die zugespitzten Einwürfe der hohen Holzbläser (vor allem die Piccoloflöte sticht heraus). In der Wahl der Tempi bleibt Kitajenko konsequent moderat, aber merkwürdig zurückgenommen. Da wünschte man sich hier und da eine schärfere Gangart; Schostakowitsch selbst bevorzugte diese "Über"-Zeichnung. Letztlich eine packende, dramaturgisch schlüssige Aufnahme, die aber nicht ganz an die grandiosen Deutungen, etwa von Kondraschin, heranreicht.

Jürgen Otten, 17.04.2004



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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