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Richard Strauss

Sinfonia Domestica, Parergon

Roland Pötinen, Tonhalle-Orchester Zürich, David Zinman

Arte Nova/BMG 74321 98335-2
(65 Min., 5/2002) 1 CD

Von Strauss’ sinfonischen Werken sind die am wenigsten populär geworden, die keinen einprägsamen Titel bekamen und denen kein in gelegentlich überschwänglicher Tonmalerei deutlich gemachtes Programm zugrunde liegt. Auch wenn die "Sinfonia Domestica" eine häusliche Idylle zum gewissermaßen inneren Vorbild hat, ist sie (wie das nachfolgende "Parergon zur Sinfonia Domestica") absoluter Musik näher als viele andere Kompositionen von Strauss. Vielleicht kommt dies gerade daher, dass uns die Musik heute ungewöhnlich zersplittert, oft ganz auf den Augenblick bezogen erscheint. Andererseits ist Strauss in wenigen Werken so "modern" geworden wie in diesen beiden aufeinander bezogenen und doch recht verschiedenen Kompositionen.
David Zinmans Sache ist es nicht, hier etwas zu glätten. Der Klang des Tonhalle Orchesters ist klar und detailliert, eher kammermusikalisch als aus dem Füllhorn des Spätromantischen schöpfend. Diesem Ideal entspricht auch der Pianist im "Perergon", Roland Pötinen, der seinen Part (für Paul Wittgenstein, also für die linke Hand geschrieben) etwas unnahbar hält. So gelingt hier eine Einspielung, die auf den ersten Blick zunächst sehr sachlich wirkt, bei wiederholtem Hören aber gewinnt und auch geeignet ist, den etwas sperrigeren Strauss dem Publikum nahe zu bringen.

Matthias Reisner, 14.06.2003



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