Responsive image
Ludwig van Beethoven

Variationen op. 34, 35 und 76; WoO 77, 78, 79, 80

Cédric Tiberghien

harmonia mundi HMC 901775
(75 Min., 12/2001) 1 CD

Beethovens bekanntestes Variationenwerk, die Diabelli-Variationen, fehlt auf dieser CD, und das mit Bedacht: Die Aufmerksamkeit soll ganz auf die übrigen Werke dieser Gattung gelenkt werden. Eines wird in den Aufnahmen des 1975 geborenen Franzosen Cédric Tiberghien bald sinnfällig: Es ging dem Komponisten weniger darum, ein breites Spektrum pianistischer Spielfiguren über die Melodien zu werfen, als diese im Lichte verschiedener Stimmungen, Schattierungen und Tönungen zu betrachten. Beethoven erreichte diesen Eindruck unter anderem durch Tonartwechsel bei jeder Variation - eine Neuerung in der Gattung. Es ist Tiberghiens großer Verdienst, dass er genau diese Absicht mit aller gebotenen pianistischen Fertigkeit ausführt.
Nach den umfangreichen Eroica-Variationen und den 32 Variationen c-moll WoO 80 reihen sich Kompositionen mit Gelegenheitscharakter. So hat Beethoven seiner Schwäche für angelsächsische Melodien auch in fünf Variationen über "Rule Britannia" und sieben Variationen über "God save the King" Ausdruck gegeben. Tiberghien gelingt das Kunststück, allen Variationen ihren eigenen Charakter zu geben und dabei den Zusammenhalt des Werkes zu wahren. Die variierten Melodien fließen unter seinen Händen zu ihren verschiedenen Stationen und bleiben doch ein Fluss. Kaum nötig zu sagen, dass die technisch manchmal kniffligen Passagen von ihm mit scheinbarer Leichtigkeit ausgeführt werden. So gelingt ihm eine präzise und doch lebendige Aufnahme, die man immer wieder gern aus dem CD-Regal nehmen wird.

Matthias Reisner, 26.04.2003



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

An den Feiertagen immer wieder dieselben Weihnachtsklassiker hören? Wem dabei potenziell eher langweilig wird, dem sei die CD „O heilige Nacht“ des Dresdner Kammerchores wärmstens ans Herz gelegt. Was dem Titel nach zunächst verdächtig nach traditionellen Arrangements klingt, entpuppt sich beim genaueren Hinschauen und Hinhören als vokaler Ausflug in eine Zeit, auf die für Weihnachtsmusik nur selten zurückgegriffen wird: die Romantik. So singt der Chor unter der Leitung von […] mehr »


Top