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Alan Rawsthorne

Violinkonzerte Nr. 1 und 2

Rebecca Hirsch, BBC Scottish Symphony Orchestra, Lionel Friend

Naxos 8.554240
(64 Min., 12/1996) 1 CD

Es gibt Musik, die derart zwischen sämtlichen Stühlen eingeklemmt ist, dass sie kaum Chancen findet, bekannt oder gar beliebt zu werden. Alan Rawsthorne beipielsweise gehört selbst in seiner Heimat England zu den beinahe Vergessenen. Dabei bietet seine Musik, wie die beiden wunderbar lyrischen Violinkonzerte beweisen, genügend Qualitäten für einen festen Platz im Repertoire der Orchestermusik des 20. Jahrhunderts. Aber Rawsthornes Musik verweigert sich eben jeglicher Klassifizierung - sie ist zu traditionell, um modern zu klingen, emotional zu reserviert, um romantisch genannt zu werden, und richtig “englisch” klingt sie eigentlich auch nicht. Als Vergleich bieten sich vielleicht die Streicherkonzerte von William Walton (mit dem Rawsthorne befreundet war) und Samuel Barber an; Rawsthorne fehlt jedoch die Brillanz Waltons ebenso wie die gelegentlich etwas süßliche Sentimentalität Barbers. Ebensowenig findet sich in diesen Konzerten Applaus heischende Virtuosität. Sie sind einfach nur, bei aller Unauffälligkeit, sehr schön.
Armer Rawsthorne, wohin mit Dir? Vorerst jedenfalls in den CD-Spieler, denn die Interpretationen von Rebecca Hirsch und Lionel Friend mit seinen schottischen BBC-Mannen sind in musikalischer wie klanglicher Hinsicht ausgezeichnet gelungen und bieten einen optimalen Einstieg in die Musik des unterschätzten Briten.

Thomas Schulz, 30.06.1998



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