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Joseph Schwantner

Konzert für Schlagzeug, Velocities, New Morning For The World

Evelyn Glennie, Nationales Sinfonieorchester, Leonard Slatkin

RCA/BMG 09026 68692 2
(61 Min., 10/1996) 1 CD

Einen experimentierfreudigen, zukunftsweisenden Komponisten wird man mit dieser CD zwar nicht entdecken, aber die Musik des 1943 in Chikago geborenen Joseph Schwantner hat trotz ihrer eklektizistischen Neigungen durchaus Qualitäten. Vor allem rhythmisch besitzt Schwantner große Erfindungskraft, was im Konzert für Schlagzeug und Orchester besonders stark zur Geltung kommt.
Den zweiten der drei Sätze, überschrieben "In Memoriam", widmete der Komponist dem Andenken seines 1995 verstorbenen Kollegen Stephen Albert. Eine gewaltige Schlagzeug-Batterie bringt diesen Trauergesang zum Klingen, ständig untermalt von einem pulsierenden Herzschlag-Motiv der großen Trommel. Im virtuosen Finale lassen Holsts "Planeten" ebenso grüßen wie Strawinskys "Sacre"; der starken emotionalen Stringenz des Stücks, das in einer energiegeladenen Kadenz kurz vor Ende gipfelt, kann sich der Hörer indes nur schwer entziehen. Schwantner hätte sich keine bessere Interpretin als Evelyn Glennie wünschen können. Mit eruptiver Kraft und drängender Intensität bearbeitet die "First Lady of Percussion" die rund zwanzig vom Komponisten vorgeschriebenen Schlaginstrumente. Barfuß spielend nimmt die nahezu taube Musikerin vom Boden die Schwingungen der Musik auf, um sich zu orientieren.
Weitaus schwächer ist der Eindruck, den Schwantners Komposition "New Morning for the World: Daybreak of Freedom" hinterlässt. Vernon E. Jordan rezitiert farblos Texte Martin Luther Kings, die von Freiheit und Gerechtigkeit träumen. Die Musik dazu kommt über einen simplen Kommentar nicht hinaus.

Peter Blaha, 31.01.1998



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