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Joseph Schuster

Demofoonte

Andreas Post, Dorothee Mields, Jörg Waschinski, Jan Kobow u.a., La ciaccona, Ludger Rémy

Deutsche Harmonia Mundi/BMG, 74321 98282-2
(139 Min., 5/2001 - 6/2001) 2 CDs

”Sein Satz ist kühn und feuervoll. Er verbindet welschen Melodiegeschmack mit deutscher Gründlichkeit, und macht nicht immer Verbeugungen vor dem Modegeschmack [...]. Er liebt mehr den simplen als den krausen Gesang. Seine Instrumenten-Begleitung ist feurig, ohne den Gesang zu übertäuben. [...] seine Arienmotive [sind] neu und eindringend.” Wo er Recht hatte, da hatte er Recht, der alte Kritikerkollege Christian Daniel Friedrich Schubart. Die Opernmusik des weitgehend vergessenen Dresdner Hofkompositeurs Joseph Schuster (1748 - 1812) lohnt deshalb die Wiederentdeckung. Wie gut, dass sich mit dieser zweiten Opera Seria des einstmaligen Shooting-Stars Schuster auch seine zumeist jüngeren Wiederentdecker profilieren: Zu Jan Kobow, mittlerweile einer der besten Anwälte für hohe koloraturenreiche Tenorpartien des 18. Jahrhunderts, gesellt sich Titelheld Andreas Post mit ebenfalls lockerem, aber königlich hermelinschwererem Timbre; Dorothee Mields leidet sich als opferbereite Jungfrau Dircea mit zartweichem Timbre und sanfter Eindringlichkeit durch das Intrigengewirr. Jörg Waschinski - als Held wie als Thronprätendent unter den deutschen Sopranisten - bietet der herrlich spitzzüngig-spitztönigen Creusa Marie Melnitzkis Paroli, muss dabei allerdings kleine Ungenauigkeiten in der Fokussierung in Kauf nehmen. Das erst 2000 offiziell gegründete Ensemble ”La Ciaccona” spielt sehr sicher und hörbar motiviert. Ludger Rémy schließlich lässt sich von Schusters Feuer nicht den Atem benehmen und es steht bei den berührend noblen Seufzern zu vermuten, dass das Theaterblut in seinen Adern wohl blau ist.

Carsten Niemann, 17.05.2003



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