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Juan Crisóstomo Arriaga

Streichquartette

Cuarteto Casals

harmonia mundi/helikon CD 987038
(65 Min., 05/2003) 1 CD

Dass Juan Crisóstomo Arriaga als "spanischer Mozart" in die Musikgeschichte eingegangen ist, hat weniger mit seinem Geburtsdatum - 27. Januar 1806, also exakt 50 Jahre nach Mozart - zu tun, sondern mit seiner "frühen Vollendung". Zehn Tage waren es noch bis zu seinem zwanzigsten Geburtstag, als er in Paris an Tuberkulose und Überarbeitung starb.
Ein Künstlertod wie aus dem Lehrbuch für romantische Klischees beendete eine auch sonst musterhafte Wunderkindkarriere: Mit elf machte Arriaga sich als Geiger, mit 13 in seiner Geburtstadt Bilbao als Opernkomponist einen Namen; zwei Jahre später ist er am Pariser Conservatoire Schüler von Fétis und Cherubini, wieder zwei Jahre später daselbst deren Kollege. Aus dieser Zeit stammen auch seine drei Quartette. Formal in der Tradition Haydns stehend, sind stilistisch Einflüsse Rossinis und Cherubinis zu verbuchen - etwa im opernhaften Presto-agitato-Finale des dritten Quartetts. Doch trotz origineller Einfälle - wie einer Pastorale inklusive Gewitter im Andante des dritten - oder spannenden Durchführungen, kann man dem Urteil Fétis' über die unüberbietbare "Originalität" und "Eleganz" lediglich im letzten Punkt zustimmen.
Das junge Cuarteto Casals geht ab und an ein bisschen brav zu Werke. Aber das ist ein unwesentlicher Einwand gegenüber der Feststellung, dass man es hier mit vier genuinen Kammermusikern zu tun hat. Bis ins Detail ausgefeilt und zumal in Piano-Gefilden hoch differenziert musizieren die vier mit einer klanglichen Homogenität und expressiver Einmütigkeit, dass man meint, sie spielten nicht erst seit 1997, sondern seit Ewigkeiten zusammen.

Christian Möller, 01.01.1970



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