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Girolamo Facco, Antonio Vivaldi

6 Konzerte op. 1, Konzert g-Moll RV 157

Federico Gugliemo, L'Arte dell'Arco

DHM/BMG 05472 77514 2
(63 Min., 1/1999) 1 CD

Bei den Streichinstrumenten macht nicht die lauftrainierte linke, sondern die rechte Hand die Musik. Sie führt den Bogen, der über das Timbre, die Artikulation, den „Ton“ entscheidet. Das Ensemble „L'´Arte dell Arco“ („Die Kunst des Bogens“) hat diese Erkenntnis zu seinem Namen gemacht, und stürzt sich damit sogleich in die Entdeckung eines unbekannten Barockmeisters.
Girolamo Faccos sechs Konzerte op.1 wurden 1716 in Amsterdam gedruckt. Facco, der von 1676 bis 1753 lebte und unter anderem auf Sizilien und in Madrid wirkte, war ein Zeitgenosse Antonio Vivaldis, und so ähnlich wie dessen Stücke klingen die Konzerte auch.
Federico Gugliemo pflegt einen derben Interpretationsstil, der in manchen Sätzen (erster Satz des zweiten Konzerts) durchaus mitreißen kann. Insgesamt absolviert das Ensemble jedoch die rhythmischen Muster der schnellen Sätze als viel zu pauschale „Tour de force“. Gugliemo sorgt in seinen Soloabschnitten mitunter für kleinere Tempozäsuren mit Verzierungen, die jedoch eher verkrampft als virtuos wirken. Auch die Tatsache, dass er oft neben dem Ton bleibt, ist nicht gerade dazu angetan, über die Artikulationsmängel hinwegzuhören. Das Ergebnis ist ein ziemlich unausgewogener Eindruck.

Oliver Buslau, 06.04.2000



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