Johann Friedrich Fasch

Triosonaten

Katharina Arfken, Ann-Kathrin Brüggemann, Donna Agrell u. a.

HMF/Helikon HMC 905251
(68 Min., 1/2000) 1 CD

Verdenken kann ich es ihm nicht: Johann Friedrich Fasch hatte es nicht mit dem Lateinischen. Dass er deswegen auf den renommierten Posten des Leipziger Thomaskantors verzichten musste (die Stelle bekam dann bekanntlich der Mann der allerletzten Wahl: Johann Sebastian Bach), ist allerdings doch ziemlich ärgerlich. Doch wie auch immer: Fasch wurde Hofkapellmeister in Zerbst (zwischen Magdeburg und Dessau) und schuf dort allerlei Kammer- und Orchestermusik. Darunter auch die hier eingespielten Triosonaten, deren virtuose Ansprüche sich womöglich den lebhaften Kontakten des Komponisten an den Dresdner Hof (also zu Pisendel) und nach Darmstadt verdanken.
Wie schwierig das alles zu spielen ist - streng Polyfones und Freies, Tänzerisches in den Ecksätzen und weit ausschwingende Melodien in den langsamen Sätzen -, hört man dieser Produktion an. Zwar gelingt es den Musikern unter der Leitung der Oboistin Katharina Arfken, sowohl sehr sprechend als auch durchsichtig zu agieren. Doch könnten zahlreiche Phrasen in den langsamen Sätzen geschmeidiger, könnte insgesamt Vieles weniger abgezirkelt und hölzern klingen. Wobei ich einräumen muss, dass aus meiner Sicht Johann Friedrich Fasch ohnehin kein besonders aufregender Komponist war. Bereits im Vergleich mit seinem Sohn Carl Friedrich sieht Fasch Senior jedenfalls ziemlich alt aus.

Susanne Benda, 23.11.2000



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