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Conlon Nancarrow, Anton Webern, Terry Riley, Graham Fitkin u.a.

Good Medicine

Smith-Quartett

Glissando/G & H 779 003-2
(74 Min., 10/1999) 1 CD

Gute Medizin in homöopatischen Dosen verabreicht uns das Londoner Smith-Quartett. Das Ensemble ist spezialisiert auf Zeitgenössisches aller Coleur bis hin zum Rock. Allerdings bestätigt die Vermutung, es könne sich bei den vier Herren um eine britische Ausgabe des Kronos-Quartetts handeln, beim Hören keineswegs: Die Smiths besitzen einen viel wärmeren, erdigeren Ton als die virtuosen, aber stets etwas forschen und chromglänzenden Musiker aus Amerika.
Ihr Programm – darunter drei eigens für sie entstandene Werke – vermag fast durchweg zu gefallen, wenn auch die trendige, minimalistisch angehauchte Richtung vielleicht etwas zu stark dominiert. Faszinierend und vergnüglich zugleich Conlon Nancorrows Streichquartett von 1945, das in seiner rhythmischen Abenteuerlust des Komponisten spätere vertarckte Studien für mechanisches Klavier ebenso vorwegnimmt wie bestimmte Minimal-Muster von Riley & Co.
In dieser Umgebung wirken Anton Weberns Fünf Sätze als einziges Dokument der europäischen klassischen Moderne fast ein wenig verloren. Interessanterweise deuten die Smith-Mannen Weberns Musik konsequent aus der Romantik heraus, eine ebenso schlüssige wie legitime Sichtweise. Insgesamt eine sehr farbenfrohe und anregende Debüt-CD des Quartetts, das ich nun gerne auch einmal mit umfangreichen Werken hören würde.

Susanne Benda, 30.03.2000



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