home

N° 1229
27.11. - 03.12.2021

nächste Aktualisierung
am 04.12.2021



Responsive image
Alban Berg, Claude Debussy, Igor Strawinski

Lulu-Suite, Lieder, Der Feuervogel

Christine Schäfer, Chicago Symphony Orchestra, Pierre Boulez

TDK DV-MTKBO
(101 Min., 4/2000) 1 DVD, Dolby digital, DTS, PCM-Stereo; PAL 16:9

Nicht als Komponist, sondern als Dirigent ist Pierre Boulez auf dieser DVD zu hören, aber auch das ist beeindruckend genug: Seit je her leitet er auch große Klangkörper ohne Dirigierstab, weil er mit seinen bloßen Händen einen besseren Zugriff auf die Musik und einen unmittelbareren Kontakt zu den Orchestermusikern hat. Dabei ist seine Zeichengebung stets sehr kontrolliert, nüchtern und von faszinierender Sparsamkeit.
Im ersten Teil dieses Konzertes von der "Musik-Triennale Köln 2000" begleitet er zumeist eine sehr gut disponierte Christine Schäfer: Innerhalb von Alban Bergs "Lulu-Suite", einem nicht-szenischen Streifzug durch die Oper, glänzt sie mit dem stimmlich und interpretatorisch äußerst anspruchsvollen "Lied der Lulu", dessen gewaltiger Tonumfang ihr nicht die geringste Mühe macht.
Ebenso perfekt liefert sie einige Orchesterlieder Debussys ab, obwohl ihr für diese Musik eigentlich die sehr direkte, kernige und offene Stimmgebung fehlt, mit der zum Beispiel Claude Debussys Muse, die Engländerin Mary Garden, den Stücken einen unverwechselbaren Charakter gab; mit der Schönheit und Ausdrucksstärke ihres Singens gleicht Christine Schäfer dieses Manko aus.
Im zweiten Teil werden wir Zeuge einer hervorragenden Interpretation der "Feuervogel-Suite", Strawinskis erster Ballettmusik für die berühmte Diaghilew-Truppe. Die Kamera-Schwenks zwischen dem Dirigenten und den jeweils im Vordergrund stehenden Instrumenten schaffen zwar einerseits eine gewisse Unruhe, die von der Musik ablenkt, sorgen andererseits aber auch für eine erhöhte "Anschaulichkeit" dieser farbenreichen Partitur.
Im anschließenden Interview mit Daniel Barenboim erklärt Boulez seine Werkauswahl für dieses Programm und äußerst sich zur oft anzutreffenden Ablehnung der klassischen Musik des 20. Jahrhunderts. So vielseitig vermittelt, kommt auch der mit dieser Musik wenig erfahrene Hörer den hier versammelten Werken ein Stück näher.

15.11.2001



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Zum Warmwerden: Von Tenören, die gerne auf der Rasierklinge zwischen Kunst und Kommerz reiten, ist es ja bekannt. Das aber auch Instrumentalisten „ihr“ Weihnachtsalbum aufnehmen, hat Seltenheitswert. Zumal, wenn es auch noch so glückt wie im Fall des Harfenisten Xavier de Maistre. Der verbindet gleich mehrere Programmideen. So ist dieses Album nämlich nicht nur Begleitmusik fürs Weihnachtszimmer, sondern auch eine Verneigung vor einem großen Kollegen unter den Konzertharfenisten, […] mehr


Abo

Top