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Clemens Gadenstätter

Staffel I, II und III

Florian Müller, Klangforum Wien, Mark Foster

KAIROS/harmonia mundi 0012452
(60 Min., 6/2004) 1 CD

Oh nein, Humor in der Musik, das soll auf keinen Fall die Überschrift zu dieser CD-Vorstellung sein. Zu billig waren in der Vergangenheit zahlreiche Versuche, den Klassik-Fan zum Lachen zu bringen. Dennoch: Humor steht im Mittelpunkt dieser Dreierstaffel von Clemens Gadenstätter. Aber wer traut sich schon zu lachen in einem Konzert mit Neuer Musik? Doch vielleicht soll man ja gar nicht lachen, sondern sich still amüsieren. Hätten Sie je gehört, dass jemand solche Reaktionen nach einem Konzert mit zeitgenössischer Musik geäußert hätte (außer bei Kagel, wo es eher nervig wird, wenn jemand ständig lacht, wenn mal ein Stein ins Wasser fällt, statt auf den Klang zu hören - aber das ist ein anderes Thema).
Nein, es geht um Humor, um die Wendungen zum Unerwarteten, die überraschen und uns beim Erzählen eines Witzes spontan zum Lachen bringen.
"Scherzi" nennt der österreichische Komponist jeweils die ersten Sätze der drei vom Klavier dominierten Orchesterstücke und knüpft damit an eine Tradition an, die nach Leichtigkeit im musikalischen Ausdruck sucht. Gadenstätter findet zu einer Orchestersprache, in der Melodien plötzlich in Klang versinken oder aus einem klangvollen Gongschlag ein dünner Strahl von Pizzicatoklängen heraus fließt. Die Rhythmik weckt Assoziationen an einen Comic. Die imaginären Sprechblasen füllt der Hörer mit Vergnügen.

Margarete Zander, 21.05.2005



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