Responsive image
Alban Berg

Violinkonzert, Drei Orchesterstücke, Lyrische Suite

Rebecca Hirsch, Niederländisches Radio-Sinfonieorchester, Eri Klas

Naxos 8.554755
(64 Min., 8/1999, 9/1999) 1 CD

Gut ist leider nicht gut genug. Oberflächlich betrachtet stimmt vieles in der Einspielung von Alban Bergs Violinkonzert: Die Solistin Rebecca Hirsch verfügt über einen schlanken, klaren Ton, ihre Intonationssicherheit lässt sie auch in den heiklen Passagen, etwa in den letzten Takten des Finales, nicht im Stich und sie meistert mühelos die zahlreichen intellektuellen und emotionalen Aufgaben des Werks.
Vielleicht jedoch ein wenig zu mühelos. Dass es sich bei dem Konzert um ein Requiem handelt, teilt sich allenthalben zu wenig mit - in der schmerzvollen Agonie des Allegros ebenso wie in den weltabgewandten Bach-Zitaten des abschließenden Adagios. Rebecca Hirsch realisiert perfekt den Notentext, bleibt jedoch am eigentlichen musikalischen Geschehen letztlich unbeteiligt. Eri Klas begleitet sachkundig, mit deutlicher Nachzeichnung der in der Partitur vermerkten Haupt- und Nebenstimmen. Es bleiben jedoch viele instrumentale Details der vielschichtigen und diffizilen Partitur im Nebel verborgen.
In den Drei Orchesterstücken setzt sich dieser eher enttäuschende Eindruck fort. Es ist eine exakte, aber enttäuschend neutrale und spannungsarme Interpretation, in der weder der Reichtum des orchestralen Geflechts noch die auf eine vernichtende Katastrophe zusteuernde Dramaturgie angemessen verwirklicht sind. Hinzu kommt, dass das Orchester hier hörbar an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit steht. Eine sehr transparente und farbintensive Wiedergabe der Drei Sätze aus der Lyrischen Suite macht dann einiges an Boden wett. Für eine Empfehlung reicht dies jedoch nicht.

Thomas Schulz, 21.11.2002



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Heute auf den Tag genau, am 26. Januar, wäre sie 75 Jahre alt geworden: Jacqueline du Pré, die viel zu früh verstorbene Ausnahmecellistin, Schülerin von Pablo Casals und Mstislaw Rostropowitsch. Legendär ist nicht nur ihre Aufnahme des Cellokonzerts von Edward Elgar, nein, das Werk selbst, mittlerweile beliebt im Konzertsaal, erfuhr durch du Pré erst seinen Aufschwung: Die Londoner Uraufführung am 27. Oktober 1919 war zunächst eine große Enttäuschung. Der Dirigent Albert Coates hatte […] mehr »


Top