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Enrique Granados

Goyescas

Douglas Riva

Naxos 8.554403
(63 Min., 4/1998) 1 CD

Granados´ "Goyescas“ unter den Händen des Amerikaners Douglas Riva sind staunenswert geraten. Riva hat sich mit einer seltenen Hingabe dem Werk Granados' gewidmet, ist mit dessen Nachfahren befreundet und gab unter Aufsicht der Großmeisterin spanischer Musik, Alicia de Larrocha, die kritische Granados-Ausgabe heraus. All das hört man dieser Aufnahme auch an.
Neben Albeniz´ "Iberia“ ist der Zugang zu den Goyescas, dem zweiten Monumentalzyklus der spanischen Klaviermusik, schwieriger. Ihre außermusikalischen Wurzeln in Radierungen und Gemälden Francisco Goyas brachten eine dichtere, grüblerische, weniger blendende Gestalt hervor, die, gleich einer nachgedunkelten Firnis, nicht selten mulmig und überladen wirkt. Riva aber gibt eine enorm durchsichtige, geradezu schneidend klare Deutung, ausgeklügelt bis in den letzen Takt hinein. Man achte etwa auf die minimalen Temporückungen am Beginn des "Kerhenlich-Fandango“, um eine Ahnung vom agogischen Raffinement dieses Spiels zu bekommen. Etwas zopfiger als es seine Lehrerin Larrocha spielt, erspürt Riva mit zeremoniös ausladender Geste eine ganz vage Schicht des Parodistischen, des unheimlich Grimassierenden in dieser Musik – eine Schicht, die das Wesen Goyas ganz und gar widerspiegelt.

Matthias Kornemann, 20.04.2000



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