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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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Josef Mysliveček

La Passione di nostro Signore Gesu Christo

Sophie Karthäuser, Jörg Waschinski, Nathan Berg, Andreas Karasiak, Chorus Musicus Köln, Das Neue Orchester, Christoph Spering

Capriccio/Delta 71025/26
(102 Min., 4/2004) 2 CDs

Wer schrieb die bekannteste Passion des 18. Jahrhunderts? Die richtige Antwort lehrt uns, wie unbekannt uns diese Epoche noch immer ist. Während wir heute spontan den protestantischen Komponisten Bach nennen würden, wäre den meisten seiner Zeitgenossen als erstes der Name des katholischen Abbés und Opernlibrettisten Pietro Metastasio (1698 – 1782) eingefallen, der auch einen Passionstext schrieb. 1730 wurde sie zum ersten Mal vertont; seitdem gab es im katholischen Europa kaum einen Komponisten von Rang, der die effektvoll dramatisierte Begegnung der Augenzeugen von Jesu Kreuzigung nicht mit eigenen Tönen geschildert hätte. Aus diesem Repertoire stellt Christoph Spering nun nach Antonio Salieris Version die nach 1770 entstandene Vertonung von Josef Mysliveček (1737 – 1781) vor. Wer hier nach einem ausgeprägten Personalstil oder Vorwegnahmen Mozart'scher Stilelemente sucht (weil Myslivečeks ein Mentor des Salzburger Genies war), der wird in diesem Werk enttäuscht. Über weite Strecken will der Wahlitaliener mit seinem Melos und der Instrumentation mit den sich diskret emanzipierenden Holzbläsern vor allem doch nur eines: Sich den bei aller Emotionsgeladenheit auf hohem Kothurn wandelnden Versen elegant anschmiegen und sich den Stimmen der hoch virtuosen Solisten dienstfertig unterordnen. Dass Mysliveček starke Partner braucht, ist indes keine Schwäche: er rechnet mit ihnen und bekommt sie hier auch. Der Sopranist Jörg Waschinski zeigt sich in persönlicher Bestform und lässt seine Stimme sicher und intonationsrein durch die gewagten Koloraturen sausen, ohne sich die Ikarusflügel zu verbrennen. Der Alt von Yvonne Berg beschwört mit seiner leicht knabenhaften Färbung ebenfalls überzeugend die verlorene Kunst der Kastraten. Überragend ist die Sopranistin Sophie Karthäuser in der Rolle der Maddalena: eine Rokokodiva mit Silberglanz in der Höhe, aber auch echtem Rot auf den Wangen. In der Rolle des in kraftvollen Sprüngen deklamierenden Giuseppe d’Arimatea tritt Andreas Karasiak erfolgreich den klingenden Beweis dafür an, dass man auch im empfindsamen Jahrhundert einen Sänger mit heldentenoraler Strahlkraft stilsicher und mit Gewinn einzusetzen wusste.

Carsten Niemann, 16.07.2005



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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