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N° 1236
15. - 21.01.2022

nächste Aktualisierung
am 22.01.2022



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Olli Mustonen

Tripelkonzert, Petite Suite, Nonette Nr. 1 und 2

Pekka Kuusisto, Jaakko Kuusisto, Lisa Batiashvili, Martti Rousi, Tapiola Sinfonietta, Olli Mustonen

Ondine/Note 1 0 761195 097427
(64 Min., 11/2000, 2/2001) 1 CD

Als Pianist ist Olli Mustonen durch extrem individuelle, gelegentlich auch provozierende Deutungen der Werke von Bach, Beethoven und Schostakowitsch hervorgetreten. Dass er auch komponiert, hat er bislang nicht an die große Glocke gehängt - nicht zuletzt wohl, weil er dies als Nebenbetätigung ansieht. Wenn ich mir seine Werke anhöre, könnte ich darauf wetten, dass er in erster Linie zur Entspannung komponiert. Nichts vom Gestus des jungen Exzentrikers, das er in seinem Klavierspiel gelegentlich pflegt, findet sich in seiner Musik wieder, und die kompositorischen Probleme der Moderne scheinen den vierunddreißigjährigen Mustonen herzlich wenig zu interessieren.
Mustonen betrachtet die Musikgeschichte als seine Spielwiese, stellt im Tripelkonzert für drei Violinen und Orchester Motivik und Figurationen des Barock neben Elemente der Minimal Music, und in den beiden Nonetten für Streicher taucht mehrmals Mustonens großer Landsmann Sibelius freundlich grüßend aus dem Hintergrund auf. Die Petite Suite für Cello und Streicher schließlich ist eine leicht hingeworfene Folge von tänzerischen Genrestückchen, wie sie Sibelius oder Tschaikowski in inoffizieller Stimmung zu Papier gebracht haben könnten.
Das liest sich natürlich wie postmoderner Stil-Mischmasch der schlimmsten Sorte. Mischmasch stimmt auch, doch gefällt mir Mustonens Musik überraschend gut - zum einen, weil sie so erfrischend unprätenziös ist und nichts mehr beabsichtigt als auf hohem Niveau zu unterhalten, zum anderen weil Mustonen als Komponist durchaus Talent besitzt, sich bündig, prägnant und humorvoll äußert und im Gegensatz zu einigen seiner weit prominenteren Kollegen aus der Minimal-Ecke durchaus weiß, dass in der Kürze, zumindest bei Musik wie dieser, eben doch die Würze liegt. Die Freude der durchweg vorzüglichen Interpreten an diesen sympathischen Werken teilt sich beim Hören unmittelbar mit.

Thomas Schulz, 08.11.2001



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