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Georg Muffat

12 concerti grossi

Capella Savaria, Pál Németh

Hungaroton/Disco-Center HCD 31666-67
(111 Min.) 2 CDs

Wie die unterschiedlichen musikalischen Nationalsprachen des Barock auf historisch wohl singuläre Weise zu einem gesamteuropäischen Idiom verschmolzen, ist immer wieder für ein fesselndes Hör-Erlebnis gut. Zu den Komponisten, deren Schaffen sich maßgeblich an der Schnittstelle der Stile und Moden ereignete, zählt auch Georg Muffat. 1653 in Frankreich geboren, der deutschen Tradition verpflichtet, Schüler Lullys und Verehrer Corellis, empfand sich Muffat selbst als Mittler zwischen dem sanglichen italienischen Sonatenstil und den Formvorgaben der stilisierten Tänze französischer Herkunft.
Dieser Zwischenstellung tragen auch die bis 1682 in Rom unter dem Sammelnamen “Armonico tributo” entstandenen Sonaten Rechnung, die der Komponist in den neunziger Jahren zu Concerti grossi zusammenstellte und umarbeitete. Grundprinzip der schließlich 1701 in Passau als “Auserlesene Instrumental-Music” veröffentlichten Stücke ist der Wechsel von Tutti und Soli, von Elementen der italienischen Sonata da chiesa (Kirchensonate) und Sonata da camera (Kammersonate) mit rhythmischen und harmonischen Anleihen bei der Tradition französischer Barocktänze.
Pál Némeths Capella Savaria reiht sich, indem sie das feingliedrige musikalische Geschehen sensibel ausleuchtet und dem empfindsam sich verströmenden Melos Raum gewährt, in die erste Reihe jener Ensembles ein, die historisierendes Bemühen mit Klangsinnlichkeit und Lebendigkeit grundieren.

Susanne Benda, 31.03.1997



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