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Magnus Lindberg

UR, Corrente, Duo concertante, Joy

Ensemble Intercontemporain, Peter Eötvös

Accord/Universal 465 308-2
(62 Min., 10/1992, 4/1993) 1 CD

Magnus Lindberg ist groß im Kommen. Der dreiundvierzigjährige Finne gehört zu den am meisten beschäftigten und gehörten Komponisten seiner Generation. Ein Werk wie "Corrente" zeigt aufs Schönste die Gründe für Lindbergs Beliebtheit: Seine Musik ist geradezu verschwenderisch mit Farben ausgestattet, klingt modern, ohne zu verschrecken, benutzt Elemente verschiedener Kompositionstechniken von der Fraktialton-Erforschung der französischen "Spektralisten" (auch Lindberg arbeitete am IRCAM) bis zur Minimal Music, ohne dass sich aufgrund dieser Vielfältigkeit der Eindruck der Beliebigkeit einstellte.
Wenn man an Lindbergs Musik etwas kritisieren könnte, dann ihre Konzentration auf Oberflächenglanz und schönen Klang. Das 1990 vollendete Ensemblestück "Joy" etwa vermag bei aller verschwenderischen Pracht nicht über die gesamte Spieldauer von 26 Minuten hinweg die Spannung zu halten. In dem einige Jahre später entstandenen Orchesterwerk "Aura" (siehe Rezension) beherrscht Lindberg die große Form wesentlich überzeugender.
Die von Lindbergs Komponistenkollegen Peter Eötvös mit viel Gespür für diese sinnlichen Klangwelten geleitete CD macht auch mit einem ganz anderen Gesicht Lindbergs bekannt, wie es sich in "UR" von 1986 präsentiert: rau, kratzig, fast brutal. Kaum zu glauben, dass diese aggressiven Töne und der akustische Luxus von "Joy" und "Corrente" von selben Komponisten stammen!

Thomas Schulz, 27.07.2001



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