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John Field

Klavierkonzerte Nr. 2 und Nr. 3

Andreas Staier, Concerto Köln, David Stern

Teldec/Warner Classics 3984-21475-2
(61 Min., 10/1998) 1 CD

Field nicht gehört zu haben, wurde als eine Sünde gegen den guten Geschmack angesehen", schrieb man 1804 über den irischstämmigen Chopin-Vorläufer und Erfinder der Gattung "Nocturne". Seit einigen Jahren hat man sich den Satz zu Herzen genommmen und wir haben eine schöne Auswahl an Einspielungen, die nun um eine Version in historischer Praxis bereichert ist.
Obwohl ich deren Streicherklang eigentlich nicht mag, begeisterte mich die Lebendigkeit sofort, mit der das Concerto Köln unter David Stern den Orchesterpart angeht. Die bezaubernde pastorale Dudelsack-Imitation im Schlusssatz des zweiten Konzertes, der anmutige Dialog zwischen Klavier und Holzbläsern, all diese einfallsreichen Episoden zeigen, dass Field zum Orchester mehr einfiel als die übliche Hintergrundtapete frühromantischer Konzerte. Was die Interpreten hier an Frische und Elastizität herausholen, ist erstaunlich.
Das gilt besonders für den Pianisten Andreas Staier auf dem Broadwood-Flügel von 1802, der das geringere Klangvolumen des Instruments mit einer rhythmisch straffen, angriffslustigen Gestaltung des Soloparts aufwiegt. Die rhetorische Einprägsamkeit, die er dem Eingang im zweiten Konzert verleiht, signalisiert uns gleich den Ernst, den die Interpreten in diese inspirierte Produktion gelegte haben.

Matthias Kornemann, 01.01.2000



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