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Max Bruch, Pablo de Sarasate

Violinkonzerte Nr. 1 und 3, Navarra

Chloë Hanslip, London Symphony Orchestra, Martyn Brabbins u.a.

Teldec/Warner Classics 0927-45664-2
(70 Min.) 1 CD

Wenn man das Gewicht des Bielefelder Kataloges vor Augen hat, schleicht sich unwillkürlich die Frage ein, was denn noch zum x-ten Male aufgenommen werden soll. Da ist man schon erleichtert, wenn man neben Bruchs g-Moll-Konzert auch einmal dessen Violinkonzert Nr. 3 d-Moll auf dem Cover entdeckt. Die knapp achtzigjährige Ida Händel spielte das Konzert erst kürzlich auf dem Podium. Trotz aller altersbedingten Einschränkungen dominierte ihre Fähigkeit der Gestaltgebung so überzeugend, dass ihr das Publikum "nicht enden wollend" frenetisch applaudierte.
Die Darbietung der fünfzehnjährigen Chloë Hanslip wird bestimmt durch heute übliche Perfektion und unausgesetzt leuchtenden Ton. "Heute übliche Perfektion" - dass eine Fünfzehnjährige darüber verfügt, verdient Hochachtung. Dass sie Chancen bekommt, kann man ihr nur wünschen. Mehr sollte man in die vorliegende Aufnahme auch nicht hineinsehen.
Hanslips Bruch bleibt - und zwar bei beiden Konzerten - nichtssagend "schön". Man merkt die Bringschuld von Minute zu Minute mehr. Sarasates Navarra dagegen ist kurz genug und lebt auch so sehr von Oberflächenreizen, dass man nach Chloë Hanslips und Mikhail Ovrutskys geigerischem Feuerwerk mehr in dieser Richtung hören möchte.

Wolfgang Wendel, 14.11.2002



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