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Diverse

Tribute To Old England

Reinhold Friedrich, Berliner Barock-Compagney

Capriccio/Delta 67 013
(75 Min., 7/2001, 5/2002) 1 CD

Festliche Trompetenklänge des Barock sind ein Thema mit unendlichen Variationen - und das nicht nur zur Weihnachtszeit. Reinhold Friedrich und die Berliner Barock Compagney jedenfalls haben eine CD ins Jahresendzeitgeschäft geworfen, die auch einer Wahrnehmung standzuhalten vermag, die nicht von Kerzenschimmer und süßlich-schwerem Plätzchenduft angenehm umnebelt ist.
Schon Jeremiah Clarkes allgegenwärtiger "Prince of Denmarks March" kommt eher mit leichtem Schritt auf sommerlichen Wegen als mit feierlichem Schneestapfen daher - zudem werden einem die sonst so gerne unterschlagenen übrigen munteren Tanzsätze aus der Theatermusiksuite geboten, der er entnommen ist.
Auch sonst bemühen sich die Musiker um eine gesunde Balance zwischen Unbekanntem und Familienfeiertauglichem. Dem eröffnenden Trompetenkonzert von Richard Mudge verzeiht man die kompositorische Routine - der flotte Zugriff des Ensembles mit dem ausgesuchten und begeisterungsfähigen Continuo-Team aus dem Cellisten Jan Freiheit sowie der Cembalistin Christine Schornsheim ist es letztlich, der "Old England" glänzen lässt. Friedrich ist dabei der Primus inter pares: Sowohl bei Mudge wie auch in den etwas bekannteren Sonaten von Purcell schwebt er sanft und etwas weichlich wie ein satter barocker Genius über dem beredten Satz.
Die wahren Paradestücke des uneitlen Trompeters sind dagegen zwei kammermusikalische Sonaten von William Corbett und Godfrey Finger: Im Dialog mit der Oboistin Xenia Löffler kommen Friedrichs feine Höhe und die singende Leichtigkeit seiner melodischen Gestaltung am schönsten zur Geltung.

Carsten Niemann, 12.12.2002



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