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N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



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Frédéric Chopin

Polonaisen op. 26, 40, 44, 53, 61

Elisabeth Leonskaja

Teldec/Warner Classics 4509-96532-2
(65 Min.) 1 CD

Die seit 1978 in Wien lebende georgische Pianistin Elisabeth Leonskaja galt bis vor wenigen Jahren weniger als Chopin-Spezialistin, sondern eher als energische Interpretin des spätromantisch-vollgriffigen Repertoires deutscher und russischer Provenienz. War ihre erste große Chopin-Veröffentlichung der kompletten Nocturnes vor vier Jahren noch von ihrer kräftigen, kernig-herben und streckenweise etwas kantig-rauhen Tongebung bestimmt, so scheint die Pianistin in der Zwischenzeit ihre Anschlagsskala, ihre Farbnuancierung deutlich verfeinert zu haben - so der überraschend angenehme Eindruck ihrer Einspielung von sieben späteren Polonaisen Chopins.
Hier spürt man sehr viel von der "schmerzlich-schönen, manchmal verzweifelten, oft prophetischen und revolutionären Leidenschaftlichkeit", die der Chopin-Biograf Bourniquel heraushörte und womit Chopin sein polnisches Heimatgefühl und den Stolz seines Volkes beschwört. Und auch Franz Liszts Charakterisierung der Polonaise als einer dezidiert männlichen Haltung, in der Schönes und Nobles, Kriegerisches und Galantes ineinanderflössen, wird in Elisabeth Leonskajas melancholisch-stolzem Spiel sinnlich erfahrbar.
Hier geht eine an sich scheue Künstlerin aus sich heraus, riskiert echte Seelenenergie und reanimiert die Aura, den Zauber, die Grandiosität des Chopinschen Gestus. Und nur darauf kommt es an.

Attila Csampai, 28.02.1996



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