Responsive image

Alexander The Great – Monty Swings On MPS

Monty Alexander

MPS/Universal 1745062
(272 Min., 1971-1977) 4 CDs

Als der Produzent Hans Georg Brunner-Schwer den Pianisten Monty Alexander auf Empfehlung Oscar Petersons unter Vertrag nahm, war dieser noch weit davon entfernt, ein Weltstar zu werden. Doch der Hobbypianist und Eigentümer der Musikproduktion Schwarzwald erkannte das Talent des Jamaikaners sofort. Sechs der Alben, die 1971 bis 1977 für sein Label MPS entstanden, sind in der Box "Alexander the Great" vereint: "Here Comes the Sun", aufgenommen am 6. Juni 1971, "We’ve only just Begun" (1. Dezember 1971), "Perception" (18. Juni 1973), "Love and Sunshine" (25. Oktober 1974), "Unlimited Love"/"Monty Strikes Again" (25. Oktober 1974), "The Way It Is" (2.-6. Mai 1976) und drei Titel von "Estade" (14.-16. September 1977). Die ersten drei Platten wurden in den USA mit Alexander und dem einst für Dave Brubeck aktiven Bassisten Eugene Wright sowie dem Schlagzeuger Duffy Jackson beziehungsweise Bobby Durham aufgezeichnet. Sie zeigen einen virtuosen Pianisten, der neben Jazzstandards auch Popsongs wie George Harrisons "Here Comes the Sun", das Titelthema von "Love Story" oder das Thema von "Shaft" in sein Repertoire integriert. Dem Zeitgeist folgend, schlägt er gelegentlich auch die Saiten im Innern dies Flügels für Passagen mit banjoartigem Klang an. Bei den live in Brunner-Schwers Wohnzimmer aufgenommenen Platten "Love And Sunshine" und "Unlimited Love", das später auch als "Monty Strikes Again" erschien, war mit Ernest Ranglin ein Gitarrist von der Partie; Bass spielten Eberhard Weber und Kenny Clare. Die lustvolle Session dieses Quartetts vereint Jazz und karibische Rhythmen; die Arrangements bleiben allerdings oft auf Sessionniveau. Erst mit John Clayton und Jeff Hamilton an Bass und Schlagzeug hat er für "The Way It Is" eine stilistisch kompakte Band beisammen. Diese drei ergänzen sich perfekt. Sie hören aufeinander, sie reagieren, ziehen sich zurück, treten in den Vordergrund, lassen sich Raum und bauen wunderbare, weit gespannte Spannungsbögen auf. Vom Album "Estate" sind nur drei Titel übernommen worden; mehr davon – allerdings ohne das Titelstück – sind auf dem 1994 erschienenen Doppelalbum "Monty Alexander – Three Originals" zusammen mit "Cobilimbo" und "Love and Sunshine" wiederveröffentlicht. Ansonsten stehen noch Neuausgaben der Alben "Rass" und "Monty Alexander/Ernest Ranglin" aus Monty Alexanders MPS-Jahren aus.

Werner Stiefele, 28.03.2008



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Saitenwechsel: Es ist schon seltsam, dass die zeitliche Distanz zu den Suiten eines François Couperin oder Jean-Philippe Rameau viel deutlicher hervortritt, wenn man sie statt auf einem Cembalo auf einem modernen Flügel spielt. Während das knackig-bissige Cembalo mit dieser Musik eine zeitlich stimmige Einheit bildet, trägt der fließende, weiche Klang eines Flügels etwas Vermittelndes bei. So als hörte man von einer Geschichte nur aus der rückblickenden Erzählung oder als würde man […] mehr »


Top