Responsive image
Robert Schumann

Kammermusik

Éric Le Sage, Jean-Guihen Queyras, Gordan Nikolitch, Antoine Tamestit, François Leleux u.a.

Alpha/Note 1 ALP121
(145 Min., 9/2006) 2 CDs

Die Gedächtnisfeierlichkeiten zu Ehren des 200. Geburtstags von Robert Schumann gehen eigentlich erst in zwei Jahren so richtig los. Das weiß natürlich auch der französische Pianist Éric Le Sage. Doch weil er bis dahin sämtliche Klavier- und Kammermusikwerke Schumanns eingespielt haben will, kann man mit diesem Projekt gar nicht früh genug beginnen. Nach bereits zwei Einspielungen mit Klavierkompositionen folgt nun der dritte Teil, der ganz dem Kammermusikkomponisten Schumann in seinen letzten Schaffensjahren gewidmet ist – bevor er 1854 in die Nervenheilanstalt Endenich eingewiesen werden sollte. Der stürmische Spätherbstwind rauscht jedoch kaum durch die Stücke aus den Jahren 1849 bis 1853. Stattdessen erlebt man auch in dieser Aufnahme eine pathoslose Melodik, eine volkstümliche Schlichtheit und eine Zartheit, die ganz und gar dem Leben zugewandt ist.
Le Sage hat dafür ein Team aus eng vertrauten Hochkarätern zusammengestellt, die bei aller poetisch intensiven Durchleuchtung die Unmittelbarkeit im Ausdruck beherzigen. Pars pro toto sei da nur Violinist Gordan Nikolitch genannt, der auf der zweiten CD mit Le Sage die drei Violinsonaten mit großem Schwung und feinem Sensorium für die sanften Momente angeht. Die CD 1 schlägt hingegen den Bogen vom "Adagio & Allegro" op. 70 für Horn und Klavier über "Märchenbilder" op. 113 für Viola/Klavier bis hin zu den "Märchenerzählungen" op. 132 für Klarinettentrio. Und auch hier kommt es genau zu dieser Balance aus rhythmischem Drive und ‚innerer’ Wahrheit, aus Beherztheit und Versonnenheit, die den Schumann’schen Stimmungsbildern den passgenauen Rahmen bieten.

Guido Fischer, 16.05.2008



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

An den Feiertagen immer wieder dieselben Weihnachtsklassiker hören? Wem dabei potenziell eher langweilig wird, dem sei die CD „O heilige Nacht“ des Dresdner Kammerchores wärmstens ans Herz gelegt. Was dem Titel nach zunächst verdächtig nach traditionellen Arrangements klingt, entpuppt sich beim genaueren Hinschauen und Hinhören als vokaler Ausflug in eine Zeit, auf die für Weihnachtsmusik nur selten zurückgegriffen wird: die Romantik. So singt der Chor unter der Leitung von […] mehr »


Top