Responsive image

Tristeza – Poema – Canto – Images On Guitar

Baden Powell

MPS/Universal 9824376
(156 Min., 1966-1971) 2 CDs

Viel zu lange waren die vier Alben "Tristeza on Guitar", "Poema on Guitar", "Canto on Guitar" und "Images on Guitar" des brasilianischen Gitarristen Baden Powell nicht lieferbar. Nun gibt es sie im Doppelpack auf zwei CDs in einer zum 40sten Jahrestag der Gründung des Labels aufgelegten Box. Endlich. Drei der Alben hatte Powell mit brasilianischen Musikern aufgenommen; einzig "Poema on Guitar" entstand mit dem deutschen Kontrabassisten Eberhard Weber – er spielte 1967 noch das herkömmliche Instrument mit Korpus – und dem Schlagzeuger Charlie Antolini sowie dem gelegentlich mitwirkenden Flötisten Sidney Smith. Damals passte es in die durch Stan Getz, Joao und Astrud Gilberto ausgelöste Modeströmung des Crossover aus Jazz und Bossa Nova. Inzwischen wirkt es wie ein unausgereifter, an Klischees reicher Fremdkörper zwischen den drei anderen Alben. Die drei übrigen Alben wirken authentischer. Das erste Album, "Tristeza on Guitar", entstand 1966 in Rio de Janeiro; die drei übrigen im Villinger MPS-Studio. Auf einigen Titeln von "Canto on Guitar" und "Images on Guitar" singt Powell mit melancholischer, verhaltener Stimme. Vor allem diese 1970 und 1971 aufgenommenen Scheiben zeigen ein entspanntes, in sich geschlossenes, prächtig harmonierendes Ensemble, in dem Powells virtuoses Gitarrenspiel nahtlos von den Partnern abgefedert und unterstützt wird. Mit Jazz haben diese drei Alben, die Powell mit seinen Landsleuten aufnahm, allerdings nichts zu tun. Aber warum sollten sie auch?

Werner Stiefele, 25.07.2008



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Beutezüge im Barock: Manche Solisten haben das Pech, dass die größten Komponisten gerade für ihr Instrument kein Konzert geschrieben haben. Keine Trompete bei Mozart, keine Flöte bei Bach und überhaupt keine Konzerte von Schubert. Und obwohl Antonio Vivaldi dank seiner versatilen Schülerinnen in der Pietà für fast jedes erdenkliche Instrument und jede Kombination Concerti in Fülle entworfen hat – allein 39 für’s Fagott, nur seine eigene Violine hat mehr bekommen – gibt es […] mehr »


Top