home

N° 1273
01. - 07.10.2022

nächste Aktualisierung
am 08.10.2022



Responsive image

Silent Session

Peter Materna-Quartet

JazzHausMusik 172/Al!ve
(65 Min., 11/2004) 1 CD

So viel Durchhaltevermögen ist selten: Seit knapp 20 Jahren gibt es das Quartett um den Saxofonisten Peter Materna. Und das seit der Gründung in unveränderter Besetzung. Kein Wunder, dass das fünfte Album der Gruppe aus dem Köln-Bonner-Raum trotz seiner stilistischen Vielfalt gleichzeitig konzentriert und lässig klingt – man kennt sich, man vertraut sich, man spielt für die Musik und nicht fürs Ego. In den ersten Jahren seines Bestehens mochte sich das Quartett noch einem dezidiert europäischen, sprich kammermusikalischen Ansatz verpflichtet gefühlt haben. Man vernimmt das noch, in Balladen wie "Caravane" oder in den vier sensiblen kurzen Kollektivimprovisationen der Band, die auf "Silent Session" gewissermaßen als Ruhepunkte fungieren.
Doch das Peter Materna Quartet kann inzwischen auch ganz anders: Die Auftaktnummer "Song for the Gone", die gewitzte Paraphrase eines traditionellen Kirchenlied-Hallelujahs, wird von Pianist Martin Scholz im südafrikanischen Geiste Abdullah Ibrahims angegangen; "Sinjab", eine Komposition des Bassisten Michael Gerards, tänzelt ausgesprochen leichtherzig vor sich hin; Maternas "Bolivia" gibt Schlagzeugimpressionist Benny Mokross die Gelegenheit, den knackigen Souljazzer in sich zu entdecken. Vielleicht ist das ja auch das Geheimnis der Langlebigkeit dieser Formation: Auch wenn Peter Maternas selbst in höchst intensiven Solo-Situationen stets warmes und überlegtes Spiel auf dem Sopran den Wiedererkennungswert des Quartetts ausmacht – die Musik kommt gleichberechtigt von allen.

Josef Engels, 24.10.2008



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Für sein aktuelles Album hat der Trompeter Matthias Höfs ein Werk ausgegraben, das als das einzige ernstzunehmende romantische Trompetenkonzert des 19. Jahrhunderts gilt. Es stammt aus der Feder des deutsch-russischen Komponisten Oscar Böhme. Der 1870 bei Dresden geborene Komponist studierte in Deutschland und Ungarn und emigrierte anschließend nach Russland und nahm die russische Staatsangehörigkeit an. Trotz seiner Bemühungen um eine perfekte Integration in die russische Gesellschaft […] mehr


Abo

Top