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Silent Session

Peter Materna-Quartet

JazzHausMusik 172/Al!ve
(65 Min., 11/2004) 1 CD

So viel Durchhaltevermögen ist selten: Seit knapp 20 Jahren gibt es das Quartett um den Saxofonisten Peter Materna. Und das seit der Gründung in unveränderter Besetzung. Kein Wunder, dass das fünfte Album der Gruppe aus dem Köln-Bonner-Raum trotz seiner stilistischen Vielfalt gleichzeitig konzentriert und lässig klingt – man kennt sich, man vertraut sich, man spielt für die Musik und nicht fürs Ego. In den ersten Jahren seines Bestehens mochte sich das Quartett noch einem dezidiert europäischen, sprich kammermusikalischen Ansatz verpflichtet gefühlt haben. Man vernimmt das noch, in Balladen wie "Caravane" oder in den vier sensiblen kurzen Kollektivimprovisationen der Band, die auf "Silent Session" gewissermaßen als Ruhepunkte fungieren.
Doch das Peter Materna Quartet kann inzwischen auch ganz anders: Die Auftaktnummer "Song for the Gone", die gewitzte Paraphrase eines traditionellen Kirchenlied-Hallelujahs, wird von Pianist Martin Scholz im südafrikanischen Geiste Abdullah Ibrahims angegangen; "Sinjab", eine Komposition des Bassisten Michael Gerards, tänzelt ausgesprochen leichtherzig vor sich hin; Maternas "Bolivia" gibt Schlagzeugimpressionist Benny Mokross die Gelegenheit, den knackigen Souljazzer in sich zu entdecken. Vielleicht ist das ja auch das Geheimnis der Langlebigkeit dieser Formation: Auch wenn Peter Maternas selbst in höchst intensiven Solo-Situationen stets warmes und überlegtes Spiel auf dem Sopran den Wiedererkennungswert des Quartetts ausmacht – die Musik kommt gleichberechtigt von allen.

Josef Engels, 24.10.2008



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