Responsive image
Felix Mendelssohn Bartholdy

Klavierwerke

Bertrand Chamayou

naïve/harmonia mundi AV 5131
(65 Min., 12/2007) 1 CD

Bis auf wenige Stücke führt das Klavierwerk Mendelssohns ein Schattendasein, doch fristgerecht zum bevorstehenden 200. Geburtstag entdeckt so mancher Pianist seine Liebe zu dem Komponisten. Unter ihnen befindet sich auch der 1981 geborene Bertrand Chamayou, der spätestens seit seiner Debüt-CD mit den 12 Études d'éxecution transcendante von Liszt zu den Hoffnungsträgern der jungen französischen Pianistengeneration gehört. Doch auch Chamayous Begeisterung für Mendelssohn scheint echt zu sein – jedenfalls hat er mehr zu diesem "späten Frühromantiker" zu sagen als bloß oberflächliche Komplimente.
Obwohl Chamayou das Programm als eine Art "Liederzyklus ohne Worte" konzipiert hat, sind es weniger die Liszt'schen Transkriptionen von "Auf Flügeln des Gesanges" und "Suleika" noch die "Lieder ohne Worte", mit denen er am meisten überzeugt. Zwar weiß der Pianist auch zu singen, aber er geht im Ausdruck selten über das Elegante und Volksliedhafte hinaus. Seine große Stärke liegt dafür in den vernachlässigten Scherzi, Capricen und – wenig überraschend – in den Etüden. Zum einen kann er hier seine atemberaubende Geläufigkeit lustvoll zur Schau stellen. Dass er dabei aber nie unpoetisch wirkt, dafür sorgt sein differenzierter, wunderbar warmer Anschlag sowie die elegant formulierten Basslinien und Kontermelodien. Nicht allein bei der Transkription des Scherzos aus dem "Sommernachtstraum" meint man da die Elfen und Kobolde tanzen zu sehen.

Carsten Niemann, 21.11.2008



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Mit Leidenschaft: Zwischen Beethoven- und Schumann-Haus in der Bonner Brahmsstraße aufgewachsen – damit ist das Programm von Fabian Müllers neuer CD umrissen. Unter dem Titel „Passionato“, entlehnt von Ludwig van Beethovens Dauerbrenner-Klaviersonate und Expressivitätsgipfelwerk, bricht sich hier die Erregung, ja gar die aufgestaute Corona-Wut Bahn. In auftrittsarmen Zeiten bleibt freilich nur der diskografische Weg zum Ausdruck des eigenen Pianisten-Ichs. Es würde aber auch nicht […] mehr »


Top