Responsive image
Diverse

O felice morire – Firenze, 1600

Ensemble Phoenix Munich, Joel Frederiksen

harmonia mundi HMC 901999
(74 Min., 11/2007) 1 CD

Wie schön, dass der basso profondo & cantante Joel Frederiksen so bald nach seinem überraschenden Erfolg mit "The Elfin Knight" schon wieder Gelegenheit bekommen hat, ein Rezital zu präsentieren. Diesmal widmet er sich gemeinsam mit dem Ensemble Phoenix Munich der frühen italienischen Monodie, jener Musik also, die ab etwa 1600 die mittlerweile als Fesseln empfundenen Regeln der Vokalpolyfonie abstreifte und zwecks möglichst aussagekräftigem Affektausdruck ganz neue Wege einschlug. Wir hören auf dieser CD einen generalbassbegleiteten Sologesang, der mal mehr äußerlich, mal mehr innerlich bewegt, den Nuancen der vertonten Texte nachspürt. Virtuoses Koloraturenwerk ist ein sehr beliebtes Stilmittel in dieser Musik, und Joel Frederiksen stellt eine Flexibilität unter Beweis, die in dieser Form nicht allzu vielen Sängern seiner Stimmlage verfügbar ist. Ein hoher Reiz geht ferner von Frederiksens profunder tiefer Lage aus, die er in diesem Programm ausgiebig zum Einsatz bringen kann.
Sahnig timbrierter, höchst kultivierter Bassgesang vom Allerfeinsten – was könnte es da überhaupt zu nörgeln geben? Nun – im Miteinander der Register dieser umfangreichen Stimme kommt es hin und wieder zu kleinen Reibungsverlusten, die sich hier und da in etwas zu tief intonierten Noten in der unteren und nicht ganz perfekt im Sitz befindlichen Passagen in der oberen Übergangslage äußern. Diese kleine kritische Anmerkung sei dem Rezensenten erlaubt – er will damit keineswegs den Gesamtwert dieses faszinierenden Rezitals in Frage stellen, denn die Begeisterung überwiegt ohne Zweifel.

Michael Wersin, 19.12.2008



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Gab es einen größeren Goethe-Verehrer unter den Komponisten als Ludwig van Beethoven? Den Poeten lernte Beethoven 1812 kennen, da hatte er sich von dessen Werken schon längst zu eigenen Kompositionen inspirieren lassen, vor allem zu einer ausgedehnten Bühnenmusik zum Trauerspiel „Egmont“. Eine geniale Mischung aus Poesie bzw. poetischer Andeutung und musikalischer Ausgestaltung, aus Worten und Klang. Diese Musik habe er „bloß aus Liebe zum Dichter geschrieben“, meinte Beethoven in […] mehr »


Top