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Quiet Nights

Diana Krall

Verve/Universal 1798125
(45 Min.) 1 CD

Nach knapp drei Jahren Babypause ist Diana Krall wieder da – und sie lässt keinen Zweifel daran, dass sie ihre Position als erfolgreichste Jazzsängerin der vergangenen Dekade verteidigen will. Was einerseits bedeutet: Die 44-Jährige setzt wie gehabt auf das aus Produzent Tommy LiPuma, Arrangeur-Legende Claus Ogerman sowie ihren gewohnten Quartett-Partnern bestehende Erfolgsteam. Und andererseits heißt: Obwohl sich Krall ins Reich der Bossa Nova traut und ein Stück auf "Quiet Nights" gar auf Portugiesisch singt, ist die ganze Angelegenheit gänzlich überraschungsfrei.
"Mir kommt das Album sehr fraulich vor – die Musik ist wie die zärtlichen Worte, die man seinem Lover ins Ohr flüstert, wenn man sich mit ihm auf dem Bett lümmelt", spricht Krall. Nun, das stimmt. Allerdings gibt es Augenblicke auf dem Tonträger – vor allem beim "Boy from Ipanema" –, wo die Gute derart lüstern-geil die Silben zerdehnt, dass man sich eines Lachens nicht mehr erwehren kann. Natürlich birgt "Quiet Nights" auch genügend Momente, in denen Krall, ihre Musiker und Ogermans Orchester die wohlgefällige Cocktailstimmung sehr schön zum Kippen bringen. Dieses Düstere im Titelstück oder in "You’re My Thrill", das fast schon wie eine Voodoo-Beschwörung klingt, wollen wir mal als Wiedergutmachung für die aufwendige Seichtigkeit des Albums an gewissen Stellen verstehen.

Josef Engels, 11.04.2009



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