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Johannes Brahms

Ein deutsches Requiem

Dorothea Röschmann, Thomas Quasthoff, Rundfunkchor Berlin, Berliner Philharmoniker, Simon Rattle

EMI 365 393-2
(67 Min., 10/2006) 1 CD

Der Rundfunkchor Berlin, derzeit betreut von Simon Halsey, präsentiert als ein jugendlich wirkendes, klanglich ebenso schlankes wie homogenes Ensemble; gemeinsam mit den von Simon Rattle geführten Berliner Philharmonikern bringen die dem Höreindruck nach freudig engagierten Choristen es zu einer wahrhaft mitreißenden, sinfonisch-kraftvollen, aber niemals trägen Interpretation des Requiems von Johannes Brahms – eine hörenswerte Version dieses allzu häufig eingespielten Stückes, hinter der offenbar ein intelligentes Gestaltungskonzept des Dirigenten steckt. Überzeugender Klang auf instrumentaler (man höre etwa die Orchestereinleitung zum Sopransolo!) wie auf chorischer (der vierte Satz mit seinem zu großer Intensität gebündelten, gleichzeitig zartem Klang sei erwähnt) Ebene, fesselnde Stringenz in jedem Moment – der Hörer wird hier "an der kurzen Leine geführt", bleibt mit seiner Aufmerksamkeit stets ganz dabei. Ein paar Worte zu den Solisten: Die beiden Baritonsoli haben wir schon einheitlicher, metallischer, stimmlich konsistenter gehört als hier von Thomas Quasthoff; hinsichtlich des ausnehmend schwierigen Sopransolo würde der Autor dieser Zeilen gern einmal Brahms selbst fragen, wie er sich das interpretatorisch vorgestellt hat: Selbst die besten Sopranistinnen – und dazu darf man Dorothea Röschmann wohl auch zählen – kommen in diesem Stück nicht ganz ohne Anstrengung und kleinere stimmliche Unbehaglichkeiten aus.

Michael Wersin, 05.05.2007



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