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Vattensaga

Tingvall Trio

Skip/Soulfood SKP 9087
(54 Min.) 1 CD

Nichts dagegen einzuwenden, dass die dritte Einspielung des in Hamburg beheimateten schwedisch-kubanisch-deutschen Tingvall Trio ausgesprochen ruhig, elegisch, auch ein wenig pathetisch beginnt. Aber was dann im dritten Stück passiert, das darf eigentlich nicht sein. Bassist Omar Rodriguez Calvo entlockt da seinem Instrument Töne, die eindeutig wie Walgesänge klingen. Was einerseits zwar konsequent ist, weil die Komposition ja auch so, nämlich "Valsång", heißt. Was andererseits aber auch ziemlich fürchterlich ist, weil das ohnehin zuweilen hart am Kitschwind segelnde Dreiergespann damit eindeutig zu weit geht. Das ist in diesem Moment nichts anderes als Paulo Coelho in Noten.
Allerdings muss man fairerweise zugeben, dass das Trio um den schwedischen Pianisten Martin Tingvall grundsätzlich schon etwas subtiler agiert, ja, dass vor allem der dezente Latin-Einfluss Calvos der Gruppe einen eigenen Einschlag gibt, um sich von den Vorbildern abzusetzen. Denn deren Einflüsse sind unüberhörbar. Einmal natürlich, geradezu unvermeidbar E.S.T., was sich bei "Pinocchio" und "Vågor", den lebhaftesten Stücken auf "Vattensaga", zeigt. Dann aber auch Ketil Bjørnstad. Ähnlich wie den norwegischen Meeresmythomanen zieht es das Tingvall Trio programmatisch immer wieder ins und ans Wasser. Keine Ahnung, ob das jetzt eine gute Entschuldigung ist, aber anscheinend müssen solche Platten – Bjørnstad hat dafür ja nun auch schon viele Beispiele gegeben – wohl stets ein wenig schwammig sein.

Josef Engels, 16.10.2009



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