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Georg Friedrich Händel

Orgelkonzerte op. 7 u.a.

Academy of Ancient Music, Richard Egarr

harmonia mundi HMU 807447.48
(127 Min., 11/2006) 2 CDs

Man kennt diese Stücke – und man kennt sie doch nicht: Händels Konzerte für Orgel und Orchester schließen in ihre Aufführungspraxis das Moment der Improvisation ausdrücklich ein, und das macht eine adäquate Wiedergabe zu einer nicht ganz einfachen Aufgabe: Nicht nur Verzierungen, Diminutionen oder rhythmische Varianten sind hier und da anzubringen, sondern es sind gelegentlich auch "Eingänge" zu setzen oder ganze Einleitungen für das Soloinstrument ad hoc zu extemporieren. Was Händel selbst bei den Aufführungen dieser Konzerte improvisierend geleistet hat, lässt sich über weite Strecken freilich nur erahnen und niemals auch nur annähernd rekonstruieren. Dennoch lässt sich bei einer Einspielung aus dem Geiste der historisierenden Aufführungspraxis der improvisatorische Aspekt eigentlich nicht wirklich umgehen. Richard Egarr hat sich in diesem Punkt weiter vorgewagt als selbst der ungemein eloquente Ton Koopman – und er hat reüssiert, indem er diesen Stücken partiell wirklich ein neues, individuell in dieser Aufführung geschaffenes Gesicht verleiht. Zudem konnte er über die adäquate Kopie einer wunderbaren Kammerorgel aus dem Besitz des Londoner Händelhauses verfügen, die er wirklich trefflich zu traktieren versteht. Fazit: Selbst wer schon andere Aufnahmen dieser Stücke im CD-Schrank hat, sollte sich diese nicht entgehen lassen, denn sie ist ein Feuerwerk an Spielfreude, Improvisationslust und Klangschönheit.

Michael Wersin, 13.11.2009



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