Responsive image
Edward Elgar

Complete Songs For Voice and Piano Vol. II

Amanda Roocroft, Konrad Jarnot, Reinhild Mees

Channel Classics/harmonia mundi CCS 28610
(66 Min., 4/2008 u. 2009) 1 CD

Hier ist endlich der zweite und offenbar letzte Teil der Gesamteinspielung von Edward Elgars Klavierliedern. Teil I war bereits vor zwei Jahren weitgehend zu loben gewesen. Mit Amanda Roocroft (Sopran) und Konrad Jarnot (Bariton) ist die initiierende Pianistin Reinhild Mees der Sängerbesetzung treu geblieben – und nach wie vor kann man von einer im Großen und Ganzen guten Wahl sprechen: Da ist Amanda Roocrofts ausgiebiges Vibrato, das manchmal stört, und ähnlich geht es dem Hörer mit Konrad Jarnots gelegentlich allzu virilen Ausbrüchen in der Höhe (mit denen er sich, wie wir neuerdings durch seine "Schöne Müllerin" wissen, stimmlich letztendlich keinen Gefallen getan hat). Aber solche Defizite werden ausgeglichen durch die differenzierte Herangehensweise beider Sänger an die vertonten Texte, die für sie muttersprachlich sind, und durch ihre prinzipielle Vertrautheit mit jener speziellen Repertoire-Nische des nachromantischen englischen Liedes: Die meisten der präsentierten Gesänge sind Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden, aber sie atmen sämtlich den Geist einer ungetrübten Verbundenheit mit dem 19. Jahrhundert. Sie künden von der Suche nach einem neuen nationalen musikalischen Idiom, befruchtet einerseits vom englischen Volksliedgut, andererseits von festländischen Vorbildern. Viele variierte Strophenlieder sind zu hören, komponiert nahe am Text und seinen wechselnden Stimmungsnuancen. Vor diesem Hintergrund gelingt es den Interpreten dieser CD zumeist, vollkommen mit dem Werk zu verschmelzen: Große Selbstverständlichkeit des Darbietens im Verein mit weitreichendem vokalen Wohlklang ist eines der Hauptmerkmale der CD, und damit ist gleichzeitig auch schon das erreicht, was dieses Repertoire vor allem zu fordern scheint.

Michael Wersin, 27.03.2010



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Zwei geniale Geiger auf einer CD vereint, die die Welt der Klassik und die des Jazz miteinander verbinden, als wäre es das natürlichste der Welt. Einfach toll! Stéphane Grappelli, der französische Geigenvirtuose, weitgehend Autodidakt, aber übersprudelnd vor musikalischen Ideen traf 1973 erstmals auf den acht Jahre jüngeren Yehudi Menuhin, ehemals Wunderkind und damals längst Geigen-Legende. Grappelli hatte mit dem Quintette du Hot Club de France die Clubs aufgemischt, Menuhin die […] mehr »


Top