Responsive image
Robert Schumann, Clara Schumann, Johannes Brahms

In dunklen Träumen

Nils Mönkemeyer, Nicholas Rimmer, Hannah Weber

Sony Classical 88697 63381-2
(75 Min., 10/2009)

Einigermaßen überrascht halten wir die dritte CD vom neuen Bratschenstar Nils Mönkemeyer in den Händen: Hatten wir die nicht schon mal rezensiert? Und ist das nicht gerade einmal ein Jahr her? Damals empfahl sich der bis dato wenig bekannte Musiker "Ohne Worte" mit einem Schubert, Mendelssohn und Robert Schumann gewidmeten Album, darauf neben der Arpeggione-Sonate – die man cum grano salis als Originalwerk durchgehen lassen könnte – eine Reihe von Liedtranskriptionen. Verstärkt vom englischen Pianisten Nicholas Rimmer (er war schon bei der Nummer 1 dabei) und der Cellistin Hannah Weber, spielt Mönkemeyer nun wieder eigene Liedtranskriptionen, von Brahms und den Eheleuten Schumann, als Original sind Robert Schumanns Märchenbilder im Gepäck. Alles, was man vor einem Jahr gesagt hat, könnte man nun wiederholen: Mönkemeyer ist ein großartiger Bratscher, er fühlt sich in der Romantik pudelwohl und der Hörer mit ihm. Eine neue Frage aber wirft die aktuelle Produktion schon auf: Warum ist sie überhaupt entstanden, jetzt? Warum hält man sich damit auf, zu wiederholen, was jeder gleich verstanden hat? Also: Her mit neuem Stoff, her mit den Sonaten von Reger und Schostakowitsch, den Konzerten von Hindemith, Walton und Bartók, her mit Strawinsky, Feldman, Ligeti und Holliger, her mit Berlioz' "Harald en Italie", Mozarts "Sinfonia concertante", her mit den großen Klassikern und kleinen Raritäten. Mach hinne, Mönke!

Raoul Mörchen, 01.05.2010



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Stimmt’s? Für heutige Ohren kaum noch vorstellbar sind die Reibungen und Schwebungen im Klang entfernter Tonarten, mit denen man in der Musik vor 1650 leben musste. Oder sogar gut lebte. Sie verliehen den Tonarten Charakter und unterschiedliche Farben. Diesen Faltenwurf hat die heute übliche gleichstufige Stimmung glattgebügelt. Doch es gibt einen dritten Weg: Die „Wohltemperierte Stimmung“, die Andreas Werckmeister entwickelt hatte und deren Durchführung er beschrieb (das Stimmen […] mehr »


Top