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Dieterich Buxtehude

Membra Jesu nostri

Capella Angelica, Lautten Compagney, Wolfgang Katschner

Raumllang/harmonia mundi RK 2403
(64 Min., 6/2004) 1 CD

"Membra Jesu nostri" ohne Ende: Als ob Buxtehude anlässlich seines Jubiläumsjahres 2007 nicht auch noch mit zahllosen anderen Werken zu feiern wäre, produziert ein Ensemble nach dem anderen Neuaufnahmen des siebenteiligen Kantatenzyklus, den Buxtehude auf Basis eines mittelalterlichen Textcorpus Arnulf von Löwens für den schwedischen Hofkapellmeister Gustav Düben komponierte. Freilich, die "Membra" sind ein herrliches Werk voller musikalisch-rhetorischer Preziosen, und die Spannweite der möglichen interpretatorischen Verwirklichungen ist groß, wie etwa der Vergleich der Neueinspielung Jos van Veldhovens mit John Eliot Gardiners "Klassiker" zeigt. Allerdings sind die Klangschönheit und die Homogenität von Gardiners 1988 entstandener Version und die vokale Intensität (konterkariert leider durch Mängel bei einigen solistischen Leistungen) der 1990 produzierten Aufnahme von René Jacobs seither kaum wieder erreicht worden. Wolfgang Katschner und seine Ensembles bieten nun eine insgesamt sehr gelungene, bei dezentem Verzierungsverhalten höchst organisch musizierte Version an; sie streben dabei offenbar nach lebendig textnaher, aber in der Vermittlung der Inhalte niemals aufdringlicher Umsetzung der Kantaten, welche das Skandalon der Peinigung und Kreuzigung des Gottessohnes mittels mystischer Betrachtungen sehr persönlich erfahrbar machen. Die solistische vokale Ebene bleibt vor diesem Hintergrund gelegentlich etwas blass, die Ensemblequalität hingegen ist hervorragend. Mit tadelloser Eleganz und zupackender Prägnanz musizieren die Instrumentalisten der Lautten Compagney. Insgesamt ergibt sich so eine mehr als solide, im Charakter eher meditativ-nüchterne als mystisch-verzückte Darbietung, die, will man sie einordnen, am ehesten die interpretatorische Linie Gardiners weiterverfolgt.

Michael Wersin, 15.02.2007



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