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Claude Debussy

Images, Prélude à l'après-midi d'un faune, La mer

Leonard Bernstein, Orchester der Akademie St. Cecilia Rom

C-Major/Naxos 701608
(86 Min., 7/1989)

Claude Debussy und Leonard Bernstein – da befürchtet man zunächst einmal schwülen Klangrausch und koloristischen Breitwand-Zauber. Und so ganz unrecht hat man damit nicht gehabt – nach dem Livemitschnitt von einem Konzert, das Bernstein mit dem Orchestra dell'Accademia di Santa Cecilia 1989 (und damit ein Jahr vor seinem Tod) in Rom gegeben hatte. Überduftend breitete er da das "Prélude à l'après-midi d'un faune" aus, gab sich einmal mehr als ein genusssüchtiger Sensualist. Und "La mer" befindet sich auch auf den zweiten Blick atmosphärisch und wundersam glitzernd in überaus delikatem Fluss. Im Gegensatz zu der parallel entstandenen Schallplatteneinspielung, die vom Programm her identisch mit der jetzt erstmals veröffentlichten Konzertaufnahme war, ist aber nicht ausschließlich der Klanggourmet Bernstein zu erleben.
Selbst im Alter legte Bernstein weiterhin auf melodische und rhythmische Konturen großen Wert, um all die Sogwirkungen bloß nicht ins Ordinäre abrutschen zu lassen. Die dem Orchester eingeimpfte Musizierweise Bernsteins ist damit durchaus modern und verbindlich. Weil jedoch zwischen Bernstein und beispielsweise den Hyperperfektionisten Toscanini und Boulez Welten lagen, steckt auch in den "Images" und speziell in "Ibéria" eine mitreißende Subjektivität, die man heute unter vielen seiner jungen Kollegen durchaus vermisst. Weshalb diese Debussyaufnahmen weniger ein Bernstein-Testament als vielmehr eine Bernstein-Lehrstunde bilden.

Guido Fischer, 19.06.2010



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