Responsive image
Felix Mendelssohn Bartholdy

Konzerte für zwei Klaviere Nr. 1 u. 2

Klavierduo Genova & Dimitrov, Münchner Rundfunkorchester, Ulf Schirmer

cpo/jpc 777 463-2
(74 Min., 9-10/2009)

Im zarten Alter von 15 Jahren hat man noch Flausen im Kopf. Nicht aber Felix Mendelssohn Bartholdy. 1824 komponierte er mit seinem zweiten Konzert für zwei Klaviere A-Dur ein Werk, bei dem man rückblickend wieder einmal nur die Meisterschaft und Reife dieses Jünglings bewundern kann. Knapp eine Dreiviertelstunde dauert das großdimensionierte Konzert im klassischen Drei-Satz-Format. In den Ecksätzen dominiert ein Elan ganz im brillanten Stile, mit dem Ignaz Moscheles Mendelssohn bekannt gemacht hatte. Doch Mendelssohns Unbekümmertheit und Heiterkeit ist nicht eindimensional. Mit fester und sicherer Hand schleust er in die pianistische Brillanz die Gebrochenheit Mozarts und Weber'sche Empfindsamkeit ein. Und im Finalsatz lässt es sich Mendelssohn nicht nehmen, das aufgeweckte Hauptthema kontrapunktisch zu hinterfragen. Wenn dem Komponisten dann noch eine segensreiche Melodie fürs Andante einfällt, ist ihm unter dem Strich alles geglückt.
Ein ähnliches Fazit gebührt aber auch dem Klavierduo Genova & Dimitrov, das nicht nur den Nerv dieses Konzerts, sondern auch das des Erstlingswerks in E-Dur des 14-jährigen Mendelssohn trifft – dank dialogisierender Transparenz, mitreißender Spielfreude, zarter Kantabilität und dem genauen Augenmaß für die latenten Sprengkräfte. Dazu gesellt sich das Münchner Rundfunkorchester unter Ulf Schirmer als ein Partner hinzu, der die kammermusikalische Zwiesprache wie die schnelle Interaktion beherrscht. Der überfälligen Popularität von Mendelssohns vierhändigen Klavierkonzerten dürfte also ab sofort nichts mehr im Wege stehen.

Guido Fischer, 14.08.2010



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Zwei geniale Geiger auf einer CD vereint, die die Welt der Klassik und die des Jazz miteinander verbinden, als wäre es das natürlichste der Welt. Einfach toll! Stéphane Grappelli, der französische Geigenvirtuose, weitgehend Autodidakt, aber übersprudelnd vor musikalischen Ideen traf 1973 erstmals auf den acht Jahre jüngeren Yehudi Menuhin, ehemals Wunderkind und damals längst Geigen-Legende. Grappelli hatte mit dem Quintette du Hot Club de France die Clubs aufgemischt, Menuhin die […] mehr »


Top