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Johann Wenzel Kalliwoda

Sinfonien Nr. 2 Es-Dur op. 17 & Nr. 4 C-Dur op. 60, Ouvertüre Nr. 17 f-Moll op. 242

Die Kölner Akademie, Michael Alexander Willens

cpo/JPC 777469-2
(68 Min., 1/2009)

Neune von Beethoven, acht von Schubert, fünf von Mendelssohn und vier von Schumann: Die Auswahl an Sinfonien aus der ersten Hälfte des 'romantischen' Jahrhunderts, die uns im Konzertsaal begegnet, ist ziemlich klein – und reichlich bekannt, um nicht zu sagen ausgelutscht. Bei der Suche nach Neuem (nicht nur) aus dieser Zeit hilft uns seit Jahren das cpo-Label mustergültig weiter. Ob Ries, Onslow, Fesca, Spohr oder wie jetzt in zweiter Folge die Sinfonien von Kalliwoda: Man kann nur dankbar sein für die Repertoire-Erweiterung – und für die Hör-Erkenntnis, dass die kompositorische Wirklichkeit doch weit bunter war als jener Mainstream, und dass die sogenannten Kleinmeister weit mehr zu bieten haben als uns ehemals eine an großen Namen orientierte Geschichtsschreibung weismachen wollte und heute eine Veröffentlichungspolitik der Majors verkaufen will. Gerade bei jenen 'Zweitrangigen' sollte man überdies genau aufs Entstehungsdatum ihrer Sinfonien achten: Nicht selten hört man da Passagen und Motive, die beispielsweise Beethoven sich einverleibte und bekannt machte. Das ist hier, bei Kalliwodas zweiter und vierter Sinfonie, schon aufgrund ihrer Entstehungsjahre 1829 bzw. 1835 nicht der Fall; umgekehrt hinterließen Mozart, Kalliwodas zeitweiliger Lehrer Weber und eben auch Beethoven einige Spuren. Gleichwohl sollte die zwischen Sturm-und-Drang und romantischem Aufblühen changierende Originalität des 1801 in Prag geborenen, am Donaueschinger Hof 44 Jahre lang tätigen Kalliwoda (eigentlich Jan Václav Kalivoda) endlich in unseren Konzertalltag Eingang finden. Zumal Michael Alexander Willens und seine Kölner Akademie forsch und frisch die neuen Pfade ebnen. Auch wenn sein Kollege Christoph Spering bei der ersten Sinfonien-Folge noch eine Spur kompakter zu Werke gegangen ist: Auch dieser (Kölner) Kalliwoda hat, um es ortsgerecht zu sagen, Schmackes!

Christoph Braun, 18.12.2010



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