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Diverse

Après un rêve

Sandrine Piau, Susan Manoff

naive/Indigo 957142
(59 Min., 6/2010)

Eine neue Platte von Sandrine Piau verdient immer Aufmerksamkeit. Die Französin besitzt eine der schönsten lyrischen Sopranstimmen unserer Zeit, rein und leuchtend, von verzaubernder Innigkeit und anrührender Beseeltheit. Und sie hält dieses kostbare Instrument erfreulicherweise weitgehend intakt, lässt den Zuhörer ihre vokale Unversehrtheit genießen. Auch wenn sie sich vor allem als Barocksängerin und in Mozart-Opern einen Namen gemacht hat, widmet sie sich seit geraumer Zeit ebenso dem Liedgesang, mit Schwerpunkt auf der Spätromantik. Bereits vor vier Jahren hat sie unter dem Titel "Évocation" ein deutsch-französisches Programm mit Werken des ausgehenden 19. Jahrhunderts vorgestellt, jetzt legt sie mit "Après un rêve" nach. Wieder sind Strauss (der Piau in der Tat hervorragend liegt) und Chausson mit von der Partie, ergänzt durch Lieder von Fauré, Poulenc (dessen atmosphärisch dichte Lieder ebenfalls eine Stärke der Sopranistin sind) sowie Mendelssohn und Britten. Auch ein Zeitgenosse ist auf dem Album vertreten, die Vertonungen von fünf Morgensternschen Galgenliedern des 1966 geborenen Vincent Bouchot sind allerdings bewusst in einem 'altmodischen' Stil gehalten, als Geschenk an die Sänger(innen), wie der Komponist im Booklet schreibt.
Dem Titel des Programms entsprechend kommen die Lieder alle etwas 'gesetzt' daher, da hätte man sich durchaus mehr Abwechslung, eine größere Palette an Stimmungen gewünscht. Eine gewisse Eintönigkeit lässt sich bei aller Schönheit leider nicht leugnen, Mendelssohns "Hexenlied" und "Neue Liebe" oder Poulencs "Fêtes galantes" sind seltene Ausnahmen, die auch andere Farben ins Spiel bringen. Susan Manoff erweist sich erneut als exzellente Begleiterin, die auch eigene Akzente setzt.

Michael Blümke, 30.04.2011



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