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Max Reger, Richard Strauss

Klavierkonzert, Burleske

Marc-André Hamelin, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Ilan Volkov

Hyperion/Codaex CDA 67635
(57 Min., 3/2010)

Auf das große Herz, das Marc-André Hamelin auch für Außenseiter des Klavierrepertoires hat, muss man nicht mehr aufmerksam machen. Zumal Hamelin selbst aus vermeintlich zweitklassiger Kost immer noch etwas Gehaltvolles herausgepresst hat. Nun aber dauert es eine halbe Ewigkeit, genauer: geschlagene 28 Minuten, bis man für einen kurzen Moment aufmerkt. Zu Beginn des dritten Satzes von Max Regers "Klavierkonzert f-Moll op. 114" geht Hamelin die Eröffnungstakte derart frech und schwungvoll an, als würde es sich hier um einen Ragtime handeln. Im Laufe des Finales ruft Hamelin diese Vermutung dann noch mal in Erinnerung. Aber unter dem Strich will es auch ihm einfach nicht gelingen, das weiterhin stiefmütterlich behandelte Konzert zu rehabilitieren.
Hamelin versucht zwar mit dem RSO Berlin unter Ilan Volkov alles, um das Konzert nicht nach einer schlechten Brahms-Kopie klingen zu lassen. Doch allein formal hat sich Reger in den Klavierkonzerten des Kollegen derart verbissen, dass sich in der sinfonisch-dramatischen Anlage des Werks kaum mehr ein schöpferischer Eigenwert ausmachen lässt. Hamelin spielt natürlich wieder klasse und vollgriffig makellos. Nur hat sich die Mühe nicht gelohnt. Immerhin von der Programmdramaturgie stimmt die Zusammenstellung. Denn gerade die in der Final-Coda saftig aufblitzenden Reminiszenzen an Richard Strauss müssen fast zwangsläufig dessen "Burleske für Klavier und Orchester" nachfolgen lassen. Von Hamelin hätte man da eine vehementere Gangart erwartet. So bleiben nur exzellent gestandene Bravourakte und durchaus edles Strauss-Parfüm.

Guido Fischer, 11.06.2011



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