Responsive image
Claude Debussy, Gabriel Fauré, Maurice Ravel

French String Quartets

Auryn Quartett

TACET 118, LC 07033
(76 Min., 2002) 1 CD

Das Auryn Quartett, 1981 gegründet, hat bereits eine ganze Serie von klassischen und romantischen Streichquartetten eingespielt und widmet sich nun dem französischen Triumvirat der Jahrhundertwende: Gabriel Fauré, der Lehrer, dessen spätes Streichquartett in den Jahren 1923/24, also kurz vor seinem Tod entstand, als er schon fast völlig ertaubt war - Maurice Ravel, sein Schüler, der das 1902/03 entstandene Streichquartett seinem “lieben Meister Gabriel Fauré” widmete - Claude Debussy, dessen frühes Streichquartett aus dem Jahr 1893 wegweisend für die neue französische Kammermusik wurde und vor allem Ravel in der Komposition seines Streichquartetts beeinflusste.
Das Auryn Quartett spielt alle drei Werke erfrischend und sehr transparent. Ravels Klanglichkeit ist ausgesprochen farbig gestaltet. (Wer sich übrigens für Synästhesie und Farbenhören näher interessiert, ist mit dem originellen Booklet von Wolfgang Wendel bestens bedient!) Faurés Werk ist in seiner Schwermut berührend ausgelotet und mit warmem Ton gespielt. Am besten aber ist Debussys Streichquartett gelungen. Selten wurde dieses Werk mit soviel Raffinesse und in einer faszinierenden, ganz eigenen Lesart geboten. Und das alles in bewährter TACET-Aufnahmequalität, die über das, was man normalerweise gewohnt ist, an Brillanz weit hinausgeht (Die Aufnahme ist übrigens auch als DVD-Audio im TACET REAL SURROUND SOUND erschienen).
Debussy schrieb an Ravel über dessen Streichquartett: “In Namen der Götter der Musik und meinem eigenen: Ändern Sie nichts an dem, was Sie von Ihrem Quartett niedergeschrieben haben!” Außer Ravel selbst, der das Werk 1910 zur heutigen Version umgestaltete, haben sich das bei dieser Aufnahme das Auryn Quartett sowie vor allem das TACET-Team rund um Herrn Spreer zu Herzen genommen. Höchstes Lob!

Karin Dietrich, 04.05.2003



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Darm mit Charme: Auf dem Buchmarkt hat unser Verdauungstrakt schon vor einigen Jahren seine marketingverbauschte Renaissance gefeiert. Stimmt es, dass dieses hochkonzentriert von Nerven durchsetzte Organ in der Evolution die Leistungen des später ausgebauten Gehirns mit der Intelligenz des Gefühls vereinte? In der Alten Musik ist der Darm bereits völlig ekelfrei in aller Munde: als Darmsaite. Dazu wird nach der Schlachtung von meist Schafen und Lämmern der Darm gewendet, von Schleimhaut und […] mehr »


Top