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Kisses On The Bottom

Paul McCartney

Concord/Universal 7233369
(49 Min., 2011)

Für die Beatles schrieb Paul McCartney Klassiker. Nun, fast 70-jährig, widmet er sich vierzehn Evergreens des Jazz. Das Terrain ist ihm fremd, und wer seine Versionen von „It’s Only A Paper Moon“, „I’m Gonna Sit Right Down and Write Myself A Letter“, „The Glory Of Love“, „Bye Bye Blackbird“, „The Inch Worm“ und anderen mit denen großer Jazzsänger vergleicht, erkennt McCartneys Schwächen: eine dünne, zudem altersbrüchige Stimme, hölzerner Swing und unsaubere Intonation. Trotzdem – oder gerade deshalb – besitzen die Aufnahmen einen besonderen Charme. Denn sie wirken persönlich, intim und wie eine hochachtungsvolle Verbeugung vor Komponisten wie Harold Arlen, Frank Loesser oder Irving Berlin. Diesen Eindruck verstärkt, dass sich McCartney in allen Titeln aufs Singen beschränkt und sich – frei von Allüren – in den Ensembleklang einfügt. Bass spielt meist Robert Hurst und Schlagzeug Karriem Riggins – beide anerkannte Jazzgrößen. Die Orchesterarrangements besorgten Johnny Mandel oder Alan Broadbent. Für die zurückhaltende Klavierbegleitung ist mit Dianna Krall ein Gesangsstar des Jazz zuständig, und als Gitarristen hat er den Entertainer John Pizzarelli engagiert. Sie unterlegen in der vom Meister Tommy LiPuma verantworteten Produktion eine exakt zu McCartneys Stimme passende Mischung aus Jazz und Entertainment.

Werner Stiefele, 24.03.2012



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