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Antonín Dvořák

Klavierquintett op. 81, Klavierquartett op. 87

András Schiff, Panocha-Quartett

Teldec/Eastwest 0630-17142-2 
(72 Min., 9/1997) 1 CD

Es gibt Melodien, die sind so eingängig und zum sofortigen Mitsummen geeignet, dass man glauben könnte, es habe sie schon immer gegeben. Die Romantiker wussten solche hervorragend in große Kompositionen einzuarbeiten. Der Anfang von Dvořáks zweitem Klavierquintett ist so eine “altbekannte” Weise, und das war sie vor gut hundert Jahren auch schon. Wäre der Komponist bei diesem Einfall steckengeblieben - er hätte gut gemachte Salonmusik abgeliefert. Doch ihm gelang das Kunststück, einen gut viertelstündigen ersten Satz eines großen Kammermusikwerks daraus zu entwickeln, in dessen Verlauf man immer und immer wieder diesem Eingangsgesang begegnet - als wollte der Komponist eine Geschichte erzählen, in der das erste Thema als eine Art “Held” fungiert.
András Schiff und das Panocha-Quartett haben sich auf sehr entspannte und souveräne Weise in die Handlung dieser Geschichte eingelebt. Sie gehören zu den Musikern, die vor allem mit der angeblich so “leichten” musikantisch-naiven Seite Dvořáks viel anfangen können: Jeder Ansatz zu einem neuen Formteil wird ein dramaturgisches Ereignis, jede Imitation innerhalb der Stimmen Beitrag zu eifrigem homogenem Dialog, die Sätze insgesamt zu leuchtenden Bilderbögen von fast orchestraler Pracht.
Etwas bemühter wirkt das Es-Dur-Klavierquartett, wo Dvořák den Streichern mitunter fett-virtuose Klavierpassagen gegenüberstellt und damit schon im Werk selbst die Balance gefährdet. Schiff und das Panocha-Quartett versuchen hier gar nicht erst, die Bremsen zu ziehen. So gerät das Werk streckenweise zum Mini-Klavierkonzert.

Oliver Buslau, 31.03.1999



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